08.09.2016

Treffen der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und dem Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK)


23.06.2015

Schweizer Kirchen treten vor dem Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag gemeinsam auf


06.11.2014

Bericht der Evangelisch/römisch-katholischen Gesprächskommission (ERGK)


17.04.2014

Wichtiges Zeichen der Einheit in der Schweizer Ökumene



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03.03.2011

Ökumene in der Schweiz – eine Ermutigung zu möglichen Schritten

Botschaft der Ökumenekommission der SBK

Liebe Seelsorgerinnen und Seelsorger, liebe Pfarreiräte und in der Ökumene Engagierte,

Trotz aller innerkatholischen und ökumenischen Irritationen der letzten Jahre, welche durch die Aufhebung der Exkommunikation gegen vier Bischöfe der Piusbrüder und die verschiedenen vatikanischen Stellungnahmen zur Frage der Kirche hervorgerufen wurden, möchte die Ökumene-Kommission der Bischofskonferenz mit Nachdruck betonen, dass es in der Ökumene keinen Weg hinter die Selbstverpflichtung der europäischen Kirchen in der „Charta Oecumenica“ zurück gibt.

Am 22. April 2001 unterzeichneten die Präsidenten der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) die Charta Oecumenica als Leitlinie für eine wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa. Sie beginnt mit einer wegweisenden Selbstverpflichtung „uns beharrlich um ein gemeinsames Verständnis der Heilsbotschaft Christi im Evangelium zu bemühen; in der Kraft des Heiligen Geistes auf die sichtbare Einheit der Kirche Jesu Christi in dem einen Glauben hinzuwirken, die ihren Ausdruck in der gegenseitig anerkannten Taufe und in der eucharistischen Gemeinschaft findet sowie im gemeinsamen Zeugnis und Dienst.“ (I,1).

Auf dem Weg zur sichtbaren Gemeinschaft der Kirchen in Europa spricht die Charta von der gemeinsamen Verkündigung des Evangeliums, vom aufeinander Zugehen, vom gemeinsamen Handeln, Beten, Fortsetzen des Dialogs (II,2-6). Schliesslich betont sie die gemeinsamen Verantwortung für Europa, verpflichtet sich für die Versöhnung der Völker und Kulturen, die Bewahrung der Schöpfung, die Vertiefung der Gemeinschaft mit dem Judentum, die Pflege der Beziehung zum Islam und zu den andern Religionen und Weltanschauungen (III, 7-12).

Was die Verantwortlichen der europäischen Kirchen als Leitgedanken und ökumenische Wege vereinbarten, bleibt – trotz allen Turbulenzen und Rückschlägen im ökumenischen Dialog – Auftrag und Verpflichtung entsprechend dem Gebet Jesu, dass alle eins sein sollen, damit die Welt glaube (Joh 17,21).

Die Ökumene-Kommission möchte die Pfarreien und kirchlichen Gemeinschaften ermutigen, diese schon heute gelebten gemeinsamen Wege in gegenseitigem Respekt und in Offenheit weiterzugehen.

Insbesondere sieht die Kommission folgende Möglichkeiten einer wachsenden ökumenischen Gemeinschaft:

  • Das Gebet für die Einheit könnte über die Gebetswoche hinaus weiterentwickelt werden in gemeinsamen Gebetswachen, Einladungen zu jeweiligen liturgischen Wortgottesdiensten (Vesper, Vigil, Mittagsgebete); im Mit-Teilen der je eigenen Schätze in Liedgut, Ikonographie und Formen gemeinsamen Lebens.
  • Zu fördern sind gemeinsame Feiern für konfessionell gemischte Familien, Schulen und in der Armeeseelsorge; dabei sollen starke symbolische Elemente zur Stärkung des Glaubens an die Ökumene geschaffen werden („créer des éléments symboliques forts“) wie dies z. B. beim Taizétreffen von Dezember 2007 in Genf und den regionalen Taizégebetstreffen mit starker Rückwirkung auf die Diözesen und die Kantonalkirchen geschah.
  • Die Charta oecumenica ist vermehrt bewusst zu machen und in konkreten Schritten umzusetzen. So können ökumenische Projekte in den Regionen, die Brücken schlagen zu mehreren Kirchen, das Gütezeichen der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen Schweiz AGCK beantragen (Oecumenica-Label) um exemplarische ökumenische Projekte bekannt zu machen. 
  • Gemeinsame diakonische Einsätze und Projekte fördern das Zusammenwachsen und machen die in den Pfarreien noch viel zu wenig bekannte katholische Soziallehre stärker bewusst.
  • Die Vertiefung der eigenen Glaubensidentität in Glaubensseminaren und Theologiekursen kann zu einer grösseren Weite und Offenheit führen, ebenso die in der Romandie bekannten Bibelgespräche („partage d’Evangile“, Lectio divina der „Ecole de la Parole“).
  • Ein regelmässiger Austausch zwischen den Konfessionen kann bereits mögliche Gemeinsamkeiten ausschöpfen und bekannt machen (Diakonie, Aktionen, Gebetsformen und Liturgien ohne konfrontative Grenzüberschreitungen bei Eucharistie / Abendmahl).
  • Die bereits selbstverständliche ökumenische Dimension neuer religiöser Bewegungen und in der Jugendarbeit soll positiv wahrgenommen, behutsam begleitet und die Erfahrungen ausgewertet werden.
  • Wünschbar wäre neben der Förderung interkonfessioneller Studien zur Ekklesiologie an den theologischen Fakultäten eine allgemein verständliche ökumenische Kirchengeschichte, die die Vergangenheit und Eigenart der Kirchen einer breiten Öffentlichkeit vermittelt.

 

Ökumene-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz, 3.3.2011