SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 23.07.2020


30.03.2020

6./7. Dezember 2019: Retraite des Frauenrats der Schweizerischen Bischofskonferenz


03.02.2020

Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, der Schweizer Bischofskonferenz, der Schweizerischen Evangelischen Allianz und des Verbands Freikirchen Schweiz


SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 19.12.2019



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Mediencommuniqué | 30.03.2020

Für eine geschwisterliche Kirche

6./7. Dezember 2019: Retraite des Frauenrats der Schweizerischen Bischofskonferenz

                                         

Der Frauenrat der SBK, eine beratende Gruppe von neun engagierten Frauen aus den verschiedenen Bistümern, mit unterschiedlichen Berufshintergründen und Biografien, trifft sich mehrmals jährlich, unter dem Vorsitz von Weihbischof Denis Theurillat, zu spezifischen Themen der Bischofskonferenz.

Einmal im Jahr, Anfang Dezember, findet eine zweitägige Retraite statt, an der ein bestimmtes Thema bearbeitet wird und der amtierende Ortsbischof zu einem Austausch eingeladen ist. 2019 Jahr fand das Treffen in Leuk VS statt – zum Thema «Eine Geschwisterliche Kirche».

«Ich sehe eine Zeit kommen, da man starke und zu allem Guten begabte Geister nicht mehr zurückstösst, nur weil es sich um Frauen handelt.» Teresa von Avila (1515–1582)

Dieses Zitat war Leitgedanke und Programm der Retraite des Frauenrates der SBK 2019 im Wallis.

Die Theologinnen Madeleine Kronig und Eleonora Biderbost stellten das Projekt Aufbrechen «üfbrächu» der katholischen Kirche Oberwallis vor. Überzeugend wurde dargestellt, was eine Anwesenheits- oder Beziehungspastoral im Gegensatz zu einer Besuchspastoral bewirkt. Viele Menschen von heute suchen nach glaubwürdigen und vertrauenswürdigen Seelsorgenden, die die Nöte in den verschiedenen Lebensrealitäten der heutigen Zeit verstehen, Beziehungen aufbauen können und die Menschen über längere Zeit begleiten. Es lässt aufhorchen, dass das Interesse an den Sakramenten wieder neu erwachen kann, wenn da Männer und Frauen sind, die mit den Menschen vor Ort einen pastoralen Weg gehen und dadurch Vertrauen aufbauen können. Oft wird es als störend wahrgenommen, wenn diese vertrauten Menschen das eigentliche Sakrament nicht selbst spenden dürfen, sondern einen wenig bekannten Priester beiziehen müssen. Immer wieder entscheiden sich junge Menschen in dieser Situation gegen den Empfang der Sakramente der Ehe oder der Taufe. Schmerzhaft wird das von beiden Gemeindeleiterinnen erlebt, wenn Sterbende sich wünschen, das Sterbesakrament von den ihnen vertrauten Seelsorgerinnen zu empfangen, und dies abgelehnt werden muss.

Viele Katholikinnen und Katholiken erhoffen sich dringend gleiche Rechte für Männer und Frauen in der katholischen Kirche, studieren eingehend und hoffnungsvoll, in welchen Strukturen und mit welchen Voraussetzungen gleiche Rechte für Frauen und Männer in der katholischen Kirche umgesetzt werden könnten.

Will und darf es sich die katholische Kirche leisten, weiterhin gut ausgebildeten und «zu allem Guten begabten Frauen» eine Weihe und eine sakramentale Sendung vorzuenthalten? Diese heikle Frage wird uns weiterhin beschäftigen.

Die gelebten Beispiele der Pastoralassistentin Frau Biderbost aus der Gemeinde Obergoms und der ehemaligen Pastoralassistentin Frau Kronig der Gemeinde «Schattenberge» und der Dialog mit dem Ortsbischof Jean-Marie Lovey von Sitten im Beisein von Weihbischof Denis

Theurillat und den Mitgliedern des Frauenrats der SBK hat einmal mehr gezeigt, dass gegenseitiges Verständnis wachsen kann, wenn alle Beteiligten sich füreinander Zeit nehmen, aufeinander hören und voneinander lernen wollen.

Mit der Überzeugung von Sr. Joan Chittister: «Time changes nothing – people do!» und angelehnt an das eingangs erwähnte Zitat von Teresa von Avila bleiben uns für den Moment die Hoffnung, die Arbeit und das Gebet.