SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 08.09.2017

Message de la Conférence des évêques suisses à l’adresse des agents pastoraux, prêtres, diacres et laïcs


SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 31.07.2017

Niklaus von Flüe 2017



SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 21.05.2017

Vernissage des Schweizer Pavillons an der Reformations-Weltausstellung in Wittenberg


Alle Dokumente

SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 12.06.2006

Der Peterspfennig

Kollekte für den 24. und 25. Juni 2006

Die Katholikinnen und Katholiken werden am Wochenende vom 24. und 25. Juni 2006 weltweit gebeten, ein Zeichen der Solidarität zu leisten. Diese Kollekte ermöglicht dem Papst, seine karitativen Werke auf der ganzen Welt zu unterstützen.

Ich empfehle euch herzlich, diese Kollekte zu unterstützen.

+ Bernard Genoud, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg

Freiburg, den 12. Juni 2006

Weitere Informationen : www.vatican.va/roman_curia/secretariat_state/obolo_spietro/documents/index_ge.htm

Der Peterspfennig – gelebte Solidarität
Traditionellerweise wird am letzten Junisonntag, also in unmittelbarer Nähe des Gedenktags der Apostel Petri und Pauli, der Peterspfennig eingezogen. Abgesehen von finanziellen Beiträgen für den Papst und für englische Rompilger im England des 8. und 9. Jahrhunderts, die bereits den Namen «Peterspfennig» trugen, entstand das heutige Papstopfer in den Jahren nach 1859, als Truppen aus Sardinien-Piemont den grösseren Teil des Kirchenstaates okkupierten und dem Papst damit wesentliche Einnahmen entzogen. Der Peterspfennig wurde danach in verschiedenen Ländern spontan von «unten», von engagierten katholischen Laien, eingezogen, um den Papst in seinen Aufgaben finanziell zu unterstützen. Gleich wie der ihm zugrunde liegende Ultramontanismus – ebenfalls ursprünglich eine Bewegung von der Basis her – stiess auch der Peterspfennig anfänglich im Vatikan eher auf Widerstand. Dies änderte sich jedoch spätestens 1870, als der Papst nach dem Untergang des Kirchenstaates dringend auf diese Hilfsgelder angewiesen war.

Die katholische Schweiz lieferte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen Nationen bedeutende Peterspfennig-Beiträge ab, so 1868 nach Frankreich, Bayern und Österreich mit 558´264 Liren die vierthöchste Summe.

Mit dem Abschluss der Lateranverträge von 1929, die übrigens dem Vatikan ein Verkaufsverbot von Kunstgütern auferlegte, entspannte sich die finanzielle Situation für den Heiligen Stuhl und den Vatikanstaat infolge Enteignungsentschädigungen. Erst der durch das Zweite Vatikanische Konzil bedingte Personalausbau der römischen Kurie führte zu erheblichen Mehraufwendungen. Trotzdem war und ist es das Bemühen der Päpste, die Einnahmen aus dem Peterspfennig möglichst für die karitativen Werke des Heiligen Stuhls einzusetzen. Die ist gegenwärtig vollumfänglich der Fall – mit dem Peterspfennig werden keine administrativen Kurienaufgaben bezahlt. In diesem Sinne ist der Peterspfennig heute nicht einfach ein «Papstopfer», sondern ein Zeichen der Solidarität mit den ärmsten Katholikinnen und Katholiken in der Welt, die unter Gewalt, Hunger, Obdachlosigkeit oder Krankheit leiden, und denen der Papst dank unserer Unterstützung Hilfeleistungen zukommen lassen kann.

Urban Fink-Wagner
SKZ, Nr. 26/2004; S. 499.