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09.07.2007

Gemeinsame Erklärung zur Bedeutung jüdisch-christlicher Zusammenarbeit heute

Die "Dringlichkeitskonferenz gegen den Antisemitismus" von 1947 bedeutete einen historischen Aufbruch in der jüdisch-christlichen Verständigung. Heute unterzeichneten im Rahmen des Festaktes zum 60. Jahrestag der Konferenz der Israelitische Gemeindebund, der Evangelische Kirchenbund sowie die Bischofskonferenz die "Gemeinsame Erklärung zur Bedeutung jüdisch-christlicher Zusammenarbeit heute".

Die Erklärung im Wortlaut:

Anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums der intemationalen "Dringlichkeitskonferenz gegen den Antisemitismus" von 1947 auf dem Seelisberg blicken wir auf eine erfolgreiche Pionierphase der jüdisch-christlichen Zusammenarbeit in der Schweiz zurück. Das Verhältnis der evangelisch- reformierten und römisch-katholischen Kirche gegenüber dem Judentum ist grundlegend verändert worden, von einem Verhältnis der Gleichgültigkeit und des Misstrauens oder gar der Feindschaft hin zu einem Nebeneinander und geschwisterlichen Miteinander. Durch unterschiedlichste Initiativen im religiösen, pädagogischen, sozialen und politischen Bereich sind Antijudaismus und der Antisemitismus in unserem Land wesentlich zurückgedrängt worden. Gleichzeitig zeigen sich im gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Umbruch hin zu einer immer pluralistischeren und komplexeren Gesellschaft regressive und reaktionäre Gegenkräfte.

Daher verpflichten sich die Unterzeichner auch in Zukunft,
jeder Diskriminierung aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit oder Glaubensüberzeugung entgegenzutreten.
an der sensiblen Beziehung zwischen den jüdischen Gemeinden und den christlichen Kirchen unablässig zu arbeiten.
die gegenseitige Verständigung und den theologischen Dialog zu suchen und weiterzuführen.
aus der je eigenen, religiösen Tradition das Beste für ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden in die schweizerische Gesellschaft einzubringen.
Wir rufen alle Angehörigen unserer Kirchen und Glaubensgemeinschaften auf, ihre Verantwortung in diesem Sinne in Gemeinde und Öffentlichkeit wahrzunehmen und eigene Initiativen zu ergreifen. Darüberhinaus bitten wir alle Exponenten der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch jeden Bürger und jede Bürgerin, diese Zielsetzungen aktiv mitzutragen.

Juden und Christen in unserem Land sehen folgende Herausforderungen, die nur mit vereinten Kräften bewältigt werden können:
Die bleibende Verankerung der Erkenntnisse aus der Aufarbeitung der Schoah im Bewusstsein aller Bürgerinnen und Bürger.
Eine sachliche und konstruktive Reaktion auf die Ereignisse im Nahen Osten, besonders in Israel/Palästina.
Die Integration der unter uns wohnenden Muslime in unsere Gesellschaft.
Eine öffentliche und politische Präsenz der Religionen zum Gemeinwohl der ganzen Bevölkerung.
Die tatkräftige Hilfe angesichts neuer sozialer Ungerechtigkeiten.
Das Vorantreiben konkreter Massnahmen zum Schutz der anvertrauten Erde und zur Bewahrung der Schöpfung.
Gemeinsam möchten wir alle Mitbürgerinnen und Mitbürger zur Mitarbeit auf den unterschiedlichsten Ebenen anregen. Wir vertrauen und hoffen darauf, dass Gott, gepriesen sei sein Name, sie fruchtbar werden lässt.

Prof. Alfred Donath, Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG)
Bischof Kurt Koch, Schweizer Bischofskonferenz (SBK)
Pfarrer Thomas Wipf, Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund (SEK)

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Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen des Festaktes "60 Jahre jüdisch-christliche Begegnung in der Schweiz" am 8. Juli 2007 in Seelisberg (UR). Träger der Veranstaltung waren der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG), der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) sowie die Schweizer Bischofskonferenz (SBK).

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Weitere Informationen:
Simon Weber (SEK), Tel. 078 739 58 53 (auch für Bilder der Veranstaltung)
Dennis Rhein (SIG), Tel. 079 327 15 65
Walter Müller (SBK), Tel. 079 446 39 36