SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 21.05.2017

Vernissage des Schweizer Pavillons an der Reformations-Weltausstellung in Wittenberg


Mitglied der SBK Mitglied der SBK | 30.01.2017

Wort der Bischöfe zum Krankensonntag 2017 (5. März 2017)


19.01.2017

Abschlusscommuniqué des 17. Internationalen Bischofstreffens für Solidarität mit der Kirche im Heiligen Land (14.-19. Januar 2017)


Heiliger Vater Heiliger Vater | 21.12.2016

Gewaltfreiheit: Stil einer Politik für den Frieden


Alle Dokumente

Gaza. Foto: Erwin Tanner

Mediencommuniqué | 15.01.2015

Bischöfe fordern Menschenwürde als Grundlage für den Frieden

Stellungnahme der Internationalen Heilig-Land-Koordination der Bischofskonferenzen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land, 15. Januar 2015

Wir waren im Heiligen Land, um mit der christlichen Gemeinde zu beten und sie zu unterstützen und um den Frieden und die Menschenwürde in diesem geteilten Land zu fördern.

Wir wurden Zeugen der tragischen Konsequenzen des Scheiterns der örtlichen und internationalen Politik bei dem Versuch, den Friedensprozess voranzubringen.  Die Menschenwürde ist von Gott gegeben und sie ist absolut.  Der bestehende Konflikt verletzt die Würde von Palästinensern und Israelis, aber unser Einsatz für die Armen ruft uns in besonderer Weise dazu auf, das leidende Volk in Gaza zu unterstützen. Vor einem Jahr nannten wir Gaza „ein von Menschen verursachtes Desaster, ein schockierender Skandal, eine Ungerechtigkeit, die nach einer Lösung durch die internationale Gemeinschaft schreit". Angesichts der schrecklichen Zerstörung, einer Folge des Krieges im abgelaufenen Jahr, hat unsere Anwesenheit die kleine christliche Gemeinde daran erinnert, dass ihre Mitglieder nicht in Vergessenheit geraten sind.

Zehntausende Menschen im Gazastreifen haben keine angemessene Unterkunft. Im derzeitigen eiskalten Winter starben mindestens zwei Kinder durch Erfrieren. Die andauernde Blockade verhindert auf dramatische Weise den Wiederaufbau und trägt zu einer Verzweiflung bei, die Israels legitime Hoffnung auf Sicherheit untergräbt. Sie schafft auch ein unerträgliches Maß an Arbeitslosigkeit und treibt die Menschen immer tiefer in die Armut. 

Trotz der Verwüstung und der schrecklichen Schauplätze der Zerstörung, die wir sahen, und der Angst vor einem weiteren Krieg, die geäußert wurde, ist die Hoffnung in Gaza immer noch lebendig. Wir konnten Familien sehen, die ihr Leben ganz entschlossen wieder aufbauten. Außerdem wurden wir Zeugen des starken Glaubens einer kleinen christlichen Gemeinde. Wir bewunderten das Durchhaltevermögen vieler Freiwilliger.  Wir besuchten die Schule der Heiligen Familie (Holy Family School), wo muslimische und christliche Kinder in Eintracht miteinander lernen und spielen. Wir trafen die Rosenkranzschwestern, die getreu ihrer Mitbegründerin Marie-Alphonsine, die in diesem Jahr von Papst Franziskus heiliggesprochen wird, ein prophetisches Erziehungsamt ausüben. Wir feierten die heilige Messe mit den Karmelitinnen in Bethlehem. Deren Gründerin Mariam Baouardy, eine weitere Palästinenserin, deren Leben etwas von der Heiligkeit bezeugt, die immer noch von diesem Land ausgeht, wird auch heiliggesprochen werden.

Politische Führer müssen die Würde der Menschen in Gaza verteidigen. Ein Student berichtete uns, dass er während des Krieges eine E-Mail erhalten habe, in der er gefragt wurde, ob er Nahrung, Kleidung oder eine Unterkunft benötigte. Ohne Bitterkeit antwortete er, dass das, was er brauche, Würde sei. Alle Menschen guten Willens auf beiden Seiten des Konfliktes möchten das Gleiche: ein menschenwürdiges Leben.

In den kommenden Monaten werden wir uns weiterhin gegen den Bau der Mauer im Cremisan-Tal aussprechen, denn diese Mauer würde zum Verlust von Land und Lebensunterhalt vieler christlicher Familien führen. Tragischerweise stellt diese Situation einen Mikrokosmos der Landfrage dar. Weiterhin werden wir uns gegen die Ausweitung des Siedlungsprogramms aussprechen, das nach internationalem Recht illegal ist, und dessen Zeugen wir gerade in Hebron wurden. Seine Auswirkungen auf die Bewegungsfreiheit der Palästinenser und die Konfiszierung von Land sind einfach ungerecht.

Nach den gescheiterten Verhandlungen und den darauf folgenden Gewalttaten im Jahr 2014, fordern wir öffentliche Amtsträger dazu auf, kreativ zu sein, neue Wege zu gehen, und Brücken statt Mauern zu bauen. Wir müssen den Konflikt menschlicher gestalten, indem wir mehr Interaktion zwischen Israelis und Palästinensern fördern. Friede kann nur dann geschaffen werden, wenn alle Parteien anerkennen, dass das Heilige Land für drei Glaubensrichtungen heilig ist und eine Heimat für zwei Völker bietet.

Im Bewusstsein, dass wir in diesem Jahr auf den Spuren von Papst Franziskus wandeln, möchten wir uns seine jüngste Ansprache an das Diplomatische Korps zu Herzen nehmen:

„Vor allem denke ich an den Nahen Osten, angefangen beim ehrwürdigen Land Jesu. Ich hatte die Freude, es im vergangenen Mai besuchen zu können. Wir werden nie müde werden, um Frieden für dieses Land zu bitten. Dies haben wir außerordentlich eindringlich zusammen mit dem damaligen israelischen Präsidenten Shimon Peres und dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas getan. Dabei trug uns die vertrauensvolle Hoffnung, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Parteien dahingehend wieder aufgenommen werden können, um die Gewalt zu beenden und zu einer Lösung zu gelangen, die es sowohl dem palästinensischem als auch dem israelischen Volk möglich macht, endlich in Frieden zu leben – innerhalb klar festgelegter und international anerkannter Grenzen, so dass eine „Zwei-Staaten-Lösung“ tatsächlich Wirklichkeit wird.”

Der Weg zum Frieden verlangt Respekt für die Menschenrechte von Israelis und Palästinensern. Unser Gebet nährt die Hoffnung, die den Frieden möglich macht. Wir bitten alle Christen für die Juden, Christen und Muslime in dem Land zu beten, das wir heilig nennen.

  • Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier, Deutschland)
  • Erzbischof Stephen Brislin (Kapstadt, Südafrika)
  • Bischof Raymond Browne (Kerry, Irland)
  • Bischof Pierre Bürcher (Reykjavik, Island)
  • Bischof Oscar Cantu (La Cruces, USA)
  • Bischof Michel Dubost (Evry, Frankreich)
  • Erzbischof Ricardo Fontana (Arezzo-Cortona-San Sepolcro, Italien)
  • Bischof Lionel Gendron (Saint Jean, Kanada)
  • Bischof Dr. Felix Gmür (Basel, Schweiz)
  • Erzbischof em. Patrick Kelly (Liverpool, Großbritannien)
  • Weihbischof William Kenney (Birmingham, Großbritannien)
  • Bischof Declan Lang (Clifton, Großbritannien)
  • Bischof Kieran O’Reilly (Killaloe, Irland)
  • Weihbischof Thomas Maria Renz (Rottenburg-Stuttgart, Deutschland)
  • Erzbischof Joan Enric Vives (Urgell, Spanien)
  • Bischof Christopher Chessun (London, Church of England)