Justitia et Pax | 09.11.2017



SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 08.09.2017

Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in St. Niklausen


SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 06.09.2017

5. Dialogrunde zwischen der Organisation für Islamische Kultur und Beziehungen und der Kommission für den Dialog mit Muslimen der Schweizer Bischofskonferenz vom 26. 31. August 2017 in Iran


Justitia et Pax | 01.09.2017

Die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax begründet ihr JA zur Reform der Altersvorsorge 2020 aus sozialethischer Sicht


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Bischof Grampa zur Burka-Debatte

SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | Mediencommuniqué | 27.09.2013

Bischof Grampa zur Burka-Debatte

"Nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen!"

Bischof Pier Giacomo Grampa von Lugano, Präsident der Arbeitsgruppe Islam der Schweizer Bischofskonferenz, nimmt Stellung zur Tessiner Volksabstimmung über das Vermummungsverbot und zur Burka-Debatte.

Die Volksinitiative zur Einführung eines Verhüllungsverbots im Kanton Tessin („Burka-Initiative") war, abgesehen von den guten Absichten der Initianten, ein weiteres Beispiel für schlechtes Handeln für einen an sich guten Zweck.Die gute Absicht war, die Integration jener zu fördern und zu erleichtern, die zu uns aus anderen Kulturen kommen, speziell muslimischen. Die Integration fördern wir aber nicht mit Verboten in der Verfassung, sondern durch Entgegenkommen, Dialog, gegenseitigen Respekt, Austausch, Motivation für die Werte, welche unsere Zivilisation und Demokratie ausmachen und die auf jeden Fall geschützt werden müssen.

Das Ergebnis der Volksabstimmung überrascht mich nicht, wie schon bei der Initiative gegen Minarette: Angst war der bestimmende Faktor, mit der ein nebensächliches Problem aufgebauscht wurde. Es erschien so viel wichtiger, als es tatsächlich ist.

Andere Wege sollten beschritten werden, um die Integration der Ausländerinnen und Ausländer bei uns zu fördern. Wie ich schon früher geschrieben habe, enthalten "fundamentalistische" Lösungen an sich schon einen unversöhnlichen Moment, sie werden auch als intolerant wahrgenommen. 

Lösen wir doch die Probleme, welche sich wirklich stellen, und zwar in ausgewogener Weise. Schüren wir keine ideologischen Ängste und stellen wir die  eigenen Vorstellungen nicht immer über jene der anderen. 

Pragmatische Lösungen für konkrete Probleme sind sicher besser als in der Verfassung verankerte Verbote. Machen wir die Probleme also nicht grösser als sie sind, sondern suchen wir Lösungen, die den Problemen angemessen sind.

Jemand hat mal gesagt, es mache keinen Sinn, mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen.

+ Pier Giacomo Grampa, Bischof von Lugano