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Foyer franciscain, St-Maurice VS (photo: CES)

SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | Mediencommuniqué | 03.12.2015

Die Früchte der Bischofssynode

Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in St-Maurice

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat sich vom 30. November bis 2. Dezember 2015 im Foyer franciscain in St-Maurice zur 310. Ordentlichen Versammlung getroffen.

Die Bischöfe haben sich mit den Ergebnissen der ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode befasst, die im Oktober in Rom zum Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ stattfand. Für die katholische Kirche in der Schweiz nahm Bischof Jean-Marie Lovey als Synodenvater teil.

Der Heilige Vater wollte weltweit ein Nachdenken über die Bedeutung und Stellung von Ehe und Familie auslösen. Dieses Ziel wurde erreicht. Wie die Synodenväter aus den anderen Ländern nahm Bischof Lovey zahlreiche Anregungen, Eingaben, Presseartikel und Bücher mit nach Rom, ausserdem die Ergebnisse der in der Schweiz durchgeführten Synodengespräche, an denen ungefähr 6'000 Personen teilgenommen hatten. Die SBK hatte zudem am 31. August eine Studientagung in Bern durchgeführt. Am Pfingstmontag hatten zuvor die Präsidenten der Bischofskonferenzen Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz in Rom mit Blick auf die bevorstehende Versammlung der Bischofssynode eine theologische Studientagung durchgeführt. Die Bischöfe danken der Pastoralkommission und allen Gläubigen, die zu den Vorbereitungen der Bischofssynode beigetragen haben, besonders im Gebet.

Eine Frucht der Bischofssynode war auch die Vereinfachung der kirchenrechtlichen Ehenichtigkeitsverfahren, die Papst Franziskus durch ein Motu proprio anordnete. Weitere konkrete Massnahmen werden im Zusammenhang mit dem Dokument erwartet, mit dem Papst Franziskus auf die im Schlussdokument der Bischofssynode zusammengefassten Ergebnisse der Erörterungen der Synodenväter reagieren wird. Die Schweizer Bischöfe beten mit den Gläubigen für eine gute Aufnahme dieses Dokuments. Sie erinnern an das unmittelbar bevorstehende Jahr der Barmherzigkeit, das Versöhnung und Vergebung in den Mittelpunkt stellt, die gerade im Zusammenhang von Ehe und Familie von entscheidender Bedeutung sind.

Die Bischöfe teilen nachdrücklich die Überzeugung der Synodenväter, dass Staat und Zivilgesellschaft eine besondere Verantwortung tragen, um dem erstrangigen Gut, das die Familie als Grundzelle der Gesellschaft darstellt, Sorge zu tragen. Sie begrüssen daher alle Bemühungen des Gesetzgebers, welche die Ehe als dauerhafte Verbindung von Mann und Frau gewährleisten.

Ausrichtung von Genugtuungsbeiträgen

In der Sorge um die Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld bildete bisher die Frage der Genugtuung in Fällen, die sowohl nach zivilem wie kirchlichem Recht verjährt sind, eine schmerzliche Lücke. Die SBK hat zur Schliessung dieser Lücke „Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz und der Vereinigung der Höhern Ordensobern der Schweiz (VOS/USM) betreffend die Ausrichtung von Genugtuungsbeiträgen an Opfer von verjährten sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld“ erlassen. Im Zuge der Umsetzung dieser Richtlinien wird ein Genugtuungsfonds geschaffen. Über die Zahlung der Genugtuung können sowohl eine kirchliche wie eine nichtkirchliche Kommission entscheiden, die zu diesem Zweck konstituiert werden.

Die Höhe der Genugtuung für Opfer, die in ihrer sexuellen Integrität beeinträchtigt worden sind, erfolgt grundsätzlich in Form eines einmaligen finanziellen Beitrages bis zu 10'000 Franken. Der Genugtuungsfonds wird zur Hauptsache von den Bistümern geäufnet, andere Geldmittel kommen von weiteren Quellen, so auch von Ordensgemeinschaften.

Flüchtlinge und Religionsfreiheit

Kurz vor der Versammlung reiste eine gemeinsame Delegation der Schweizer Bischofskonferenz und des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds vom 23. bis 27. November in den Libanon. Sie stand unter der Leitung der Präsidenten der SBK und des SEK, Bischof Markus Büchel und Kirchenbundspräsident Pfarrer Gottfried Locher, und hatte zum Ziel, die Solidarität der hiesigen Christen mit den christlichen Gemeinschaften in den Krisenländern des Nahen Ostens und ihr Engagement für die Religionsfreiheit und die Menschenrechte auszudrücken.

Die Bischofskonferenz liess sich über den Verlauf der Reise informieren. Die Begegnungen mit christlichen Flüchtlingen, die davon berichteten, wie Angehörige und Freunde wegen ihres Glaubens getötet und wie sie selbst wegen ihres Glaubens verfolgt und bedrängt worden sind, zeigten überdeutlich, welche entscheidende Bedeutung der Religionsfreiheit zukommt. Sie ist eine unverzichtbare Ressource für die Zukunft einer multikulturellen Gesellschaft – in der Schweiz, in Europa, im Orient und anderswo. In einer während der Reise veröffentlichten Erklärung machte die Delegation auf diesen Zusammenhang aufmerksam.

Betroffen reagierten die Bischöfe auf die Erkenntnis der Delegation, dass die internationale Hilfe im Libanon die christlichen Flüchtlinge übersieht. Sie sind deshalb auf die Hilfe kirchlicher Werke wie „Kirche in Not“ oder des Schweizerischen Heiliglandvereins angewiesen. Die Bischöfe bitten deshalb die Pfarreien, in der Advents- oder Weihnachtszeit mit Spenden und einer Sonderkollekte solche Hilfe zu unterstützen.

In Kürze

- Die Bischofskonferenz hat die angekündigte Streichung ökumenisch produzierter religiöser Magazinsendungen im Westschweizer Fernsehen und Radio RTS zur Kenntnis genommen. Sie ist beunruhigt über diese Schwächung der Behandlung religiöser Themen im öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radioangebot der Westschweiz. Die Streichungen führen voraussichtlich auch zu Stellenverlusten bei den kirchlichen Mediendiensten, auf katholischer Seite bei Cath-Info, auf reformierter Seite bei Médias-Pro.

Begegnung

- Der neue Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas Edward Gullickson, war erstmals Gast an der Versammlung der Bischofskonferenz. Der freundschaftliche Besuch galt dem brüderlichen Austausch. Er war begleitet von Nuntiatursekretär Msgr. Mario Codamo.

Ernennungen

Die Schweizer Bischofskonferenz ernennt:

  • Pierre-Yves Maillard, Generalvikar des Bistums Sitten, zum Mitglied der römisch-katholischen Delegation in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz
  • François-Xavier Amherdt, Professor der Theologischen Fakultät Freiburg, zum Mitglied der Pastoralkommission
  • Die Priester Emil Hobi, Murg SG, und Jean-Luc Etienne, Estavayer-le-Lac FR, zu Mitgliedern der Kommission „Bischöfe‒Priester“
  • Markus Köferli, Zürich, zum Mitglied des Verwaltungsrats und Bruno Gemperle, Bütschwil SG, zum Mitglied der Kontrollstelle des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts.

 

St-Maurice, 2. Dezember 2015

 

Schweizer Bischofskonferenz
Walter Müller, Informationsbeauftragter