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Justitia et Pax sagt Ja zu schnelleren Verfahren und besserem Rechtsschutz im Asylrecht


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Stellungnahme zur Volksabstimmung über das Fortpflanzungsmedizingesetz



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Bild: Kirche in Not

SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | Mediencommuniqué | 04.09.2014

Für ein Ende von Vertreibung, Folter und Mord

Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in Givisiez FR

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat sich vom 1. bis 3. September 2014 im Haus der Seminare in Givisiez FR zur 305. Ordentlichen Versammlung getroffen. Die gegenwärtigen traurigen Ereignisse in Irak und Syrien überschatteten die Versammlung der Bischöfe. Angesichts von Tod, Angst und Elend, denen die vertriebenen und bedrohten christlichen und anderen Minderheiten ausgesetzt sind, rufen die Schweizer Bischöfe dazu auf, jede mögliche Hilfe und Unterstützung zu leisten, sei es mit dem Gebet, sei es mit Gaben an Hilfswerke, sei es mit der Aufnahme von Flüchtlingen oder mit staatlichen Interventionen im Rahmen der internationalen Staatengemeinschaft.

Die Bischöfe laden die Gläubigen ein, am kommenden Sonntag, 7. September in den Gottesdiensten für den Frieden zu beten, für ein Ende von Vertreibung, Folter und Mord, für ein sicheres und freies Leben der Menschen. Sie schliessen sich auf diese Weise dem Gebet des Fürbittegottesdienstes an, zu dem sich am selben Sonntag die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) und der Schweizerischen Evangelischen Allianz in Solidarität mit den bedrohten Minderheiten und der leidenden Bevölkerung in Syrien und Irak treffen. An dem Gebet in der christkatholischen Kirche St. Peter und Paul in Bern (um 16.15 Uhr) nimmt für die Schweizer Bischofskonferenz Bischof Charles Morerod teil.

Die Bischöfe hoffen, dass die Ereignisse nicht zu Spannungen zwischen Christen und Muslimen in der Schweiz führen. Es wäre von grossem Vorteil, wenn die muslimischen Gemeinschaften der Schweiz die Verfolgung der Christen und anderer Minderheiten verurteilen. Selbst in der Schweiz unterliegen junge Muslime einer Radikalisierung, teilweise aus Unwissen: das Vorhaben, an der Theologischen Fakultät von Freiburg Imamen eine Information über die schweizerische Gesellschaft anzubieten, kann zum Frieden und zur Sicherheit beitragen.

Begegnung mit dem koptischen Papst Tawadros II.

Während in Givisiez die Bischöfe ihre Versammlung abhielten, besuchte der Papst der koptisch-orthodoxen Kirche, Tawadros II., die Abtei Saint-Maurice aus Anlass des 1500-jährigen Bestehens dieses Klosters, das im Jahr 515 über den Gräbern der heiligen Märtyrer der Thebäischen Legion errichtet wurde und seither besteht. Das älteste ununterbrochen existierende Kloster des Abendlandes unterhält seit Jahren enge Beziehungen zu den koptischen Christen in Ägypten. Gemeinsames Band ist die Verehrung des aus Ägypten stammenden Heiligen Mauritius und seiner Gefährten.

Abt Joseph Roduit, Mitglied der SBK, übereignete Tawadros II. eine Reliquie des Heiligen Mauritius. Er erinnerte an die mutige Haltung des Oberhauptes der koptischen Kirche, die im Sommer des vergangenen Jahres sich einer Welle von Gewalt gegenübersah. Zahlreiche Christen kamen ums Leben, über 50 Kirchen wurden niedergebrannt. Tawadros II. reagierte mit einem Aufruf an die Christen, sich nicht an den Muslimen zu rächen und aus dem Rauch der abgebrannten Kirchen einen „Weihrauch des Gebets“ zu machen.

Änderung in der Zusammensetzung der SBK

Die Bischöfe begrüssten zum ersten Mal in ihren Reihen den Propst der Augustiner-Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard, Mgr Jean-Marie Lovey, der am 28. September zum Bischof von Sitten geweiht wird. Mit der Weihe und dem Amtsantritt wird er Mitglied der SBK werden. Gleichzeitig wird sein Vorgänger, Bischof Norbert Brunner, aus der Bischofskonferenz ausscheiden. Die Bischöfe danken ihm für die fruchtbringende und grosse Arbeit, die er während 19 Jahren als Mitglied und Präsident für die SBK geleistet hat.

Austausch über die kommende Bischofssynode

Vom 5. bis 19. Oktober findet im Vatikan eine ausserordentliche Generalversammlung der Bischofssynode statt. Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Markus Büchel, wird an dieser Versammlung teilnehmen. Sie bereitet das Feld für die ordentliche Generalversammlung vor, die für Herbst 2015 angekündigt ist. Die Synoden stehen unter dem Generalthema "Die pastoralen Herausforderungen im Hinblick auf die Familie im Kontext der Evangelisierung".

Die Bischöfe tauschten sich über die Vorbereitung auf die kommende Bischofssynode aus. Sie besprachen namentlich das Arbeitspapier für die Bischofssynode, das so genannte "Instrumentum laboris", das vom Generalsekretariat der Bischofssynode verfasst wurde. Darin verarbeitet sind namentlich die Antworten, die auf einen weltweit versandten Fragebogen eingegangen waren. Die SBK hatte Ende Januar die Antworten der Schweizer Bischöfe nach Rom gesandt. Dies unter Einschluss der Ergebnisse einer online-Umfrage, welche die SBK veranlasst hatte.

„Ecopop“-Initiative

Am 30. November 2014 wird das Schweizervolk über die Initiative „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“ („Ecopop“) abstimmen. Die Bischöfe sind der Überzeugung, dass die Initiative für die Einleitung einer nachhaltigen Entwicklung, welche die natürlichen Lebensgrundlagen auf menschengerechte Weise sichert, nicht geeignet ist. Mit isolierter Zuwanderungsbeschränkung und einseitiger Familienplanung wählt die Ecopop-Initiative einen falschen Weg. Das Bild vom Menschen und von der Gesellschaft, welches in dieser Abstimmungsvorlage in Erscheinung tritt, widerspricht dem christlichen Menschenbild und der katholischen Soziallehre. Die beste Grundlage für nachhaltige und menschenwürdige Entwicklung bietet eine Gesellschaftsordnung, welche den Prinzipien der Subsidiarität, Solidarität, Personalität und Partizipation entspricht. Unabhängig davon kann jede Person mit der Wahl eines schlichten, einfachen Lebens die natürlichen Lebensgrundlagen sichern helfen. Im Übrigen verweisen die Bischöfe auf das Positionspapier „Bevölkerungspolitik auf Irrwegen“ der Caritas Schweiz, das sich mit der „Ecopop“-Initiative kritisch auseinandersetzt.

Statistik „Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld“

Die SBK hat die Jahresstatistik 2013 entgegengenommen, die das Fachgremium „Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld“ erstellt hat. Im Berichtsjahr 2013 wurden den Bistümern 11 Opfer (2012: 9 Opfer) und 14 Täter (2012: 9 Täter) neu gemeldet. Zwei der Opfer meldeten aktuelle Übergriffe aus dem Berichtsjahr, während die anderen Fälle lange zurückliegende Übergriffe aus dem Zeitraum 1950 bis 1980 betreffen. Keine der Meldungen von Übergriffen betraf die schwerwiegendsten Kategorien wie Schändung und Vergewaltigung. Typisch für die gemeldeten Übergriffe sind Tatbestände wie zweideutige oder sexuell gefärbte Äusserungen, sexistische Gesten, unerwünschte Annäherungen, sexuelle Belästigungen.

In Kürze

- Auf Einladung der Schweizer Bischöfe ist am 1. September in Givisiez FR eine Delegation der Allianz „Es reicht!“ mit dem Präsidium der SBK zu einem Gespräch zusammengetroffen. Über das Gespräch gibt ein separates gemeinsames Mediencommuniqué Auskunft.

- Das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr des geweihten Lebens wird für die Schweiz am 29. November 2014 in Einsiedeln eröffnet. Gleichzeitig werden sich die Bischöfe mit einem Brief an die Ordensleute wenden.

- Die Kollekte zu Gunsten des Soforthilfefonds für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen wird schweizweit am 16. August 2015 durchgeführt.

- Die Zuteilung der Verantwortlichkeiten wird der veränderten Zusammensetzung der SBK angepasst (cf. www.bischoefe.ch).

- Die Bischöfe verabschieden das Organisationsreglement für die Aufsicht, Steuerung, Finanzierung und Qualitätssicherung im Bereich berufsbezogener Bildung für kirchliche Mitarbeitende und setzen es auf den 1. Januar 2015 in Kraft.

Begegnungen

- Der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Diego Causero, hat der Versammlung der Bischofskonferenz einen freundschaftlichen Besuch abgestattet.

- Der Präsident und Vizepräsident der SBK, die Bischöfe Markus Büchel und Charles Morerod, haben sich nach Abschluss des Besuchs von Tawadros II. in Saint-Maurice gemeinsam mit Abt Joseph Roduit nach Genf begeben, wo sie auf Einladung des Oberhauptes der koptisch-orthodoxen Kirche an einem ökumenischen Empfang für Diplomaten und Religionsführer teilnahmen.

Ernennungen

Die Schweizer Bischofskonferenz ernennt:

- Urs Brunner, Adligenswil LU, zum Vertreter der SBK beim Schweizerischen Katholischen Volksverein.

Givisiez FR, 3. September 2014

Schweizer Bischofskonferenz
 Walter Müller, Informationsbeauftragter