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Clau Lombriser

Mediencommuniqué | 19.04.2012

Kirche mit weltweitem Blick

Neuer Leiter Dienststelle Fidei Donum

Die Dienststelle Fidei Donum (übersetzt Geschenk des Glaubens) der Schweizer Bischofskonferenz unterstützt Weltpriester und Laienseelsorgende, die in Ländern des Südens tätig sind. In der Enzyklika Fidei Donum rief Papst Pius XII. im Jahr 1957 auf, angesichts des grossen Priestermangels in Südländern, zu helfen. Im 40. Jubiläumsjahr wechselt der Leiter der Dienststelle. Auf Pater Edwin Gwerder (Bethlehem Mission Immensee) folgt der Dominikaner Pater Clau Lombriser.

Seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts sind 158 Schweizer Weltpriester ausgereist, die in 44 Einsatzländern tätig waren. Den Löwenanteil der Schweizer Weltpriester erhielt Lateinamerika, eine weitere grössere Gruppe war in Afrika tätig, vier Priester in Asien.

Höchststand 1974

Der zahlenmässige Höchststand der Fidei Donum Missionare wurde 1974 mit 66 Weltpriester aus den sechs Schweizerdiözesen erreicht, die ihren Missionseinsatz in Übersee leisteten. Mit dem zunehmenden Priestermangel in der Schweiz ging die Zahl der Fidei-Donum-Priester auf 28 (2003) zurück. Seit 2008 können auch Diakone und Pastoralassistenten/-innen mit bischöflicher Missio einen befristeten Einsatz leisten. Hauptsächlich aus diesem Grund ist 2010 die Zahl wieder auf 34 Personen angestiegen!

Warum ins Ausland?

Wie kam es zu dieser Auswanderungsbewegung durch Priester, die nicht einem „Missionsorden“ angehörten? Vor und nach 1900 entstanden gleichzeitig zu ausländischen Gründungen in der Schweiz neue Frauenorden. Diese wurden vorwiegend karitativ und in Schulen tätig, sie prägten die Bildungs- und Sozialstruktur der modernen Schweiz. Es waren vor allem die franziskanisch geprägten Schwestern von Ingenbohl, Menzingen und Baldegg, die benediktinisch ausgerichteten Schwestern von Cham, die Dominikanerinnen von Ilanz sowie die Ursulinen in Brig.

Weltweiter Blick

Alle Gemeinschaften hatten den Blick zugleich frei für die weltweite Mission. Die Übersee-Mission aus der Schweiz wurde durch die Steyler Missionar/-innen, die Immenseer-Missionare, Weissen Väter und die Marianisten aufgebaut. Die „alten“ Orden wie Kapuziner und Benediktiner/-innen trugen die Übersee-Mission entscheidend mit. Der dynamische Aufbruch hätte die Schweizer Bischöfe veranlassen können, die Weltmission ganz den Orden zu überlassen. Aber ein „Beiseiteschieben“ des missionarischen Auftrags an kirchliche Spezialgruppen ist vom Wesen der Kirche her nicht möglich. Immer klarer trat die ekklesiologische Einsicht zu Tage: Mission ist Dauerpflicht der ganzen Kirche.

Die Gründung der Dienststelle

Die ersten Weltpriester der Schweiz reisten schon lange vor dem Erscheinen der Enzyklika "Fidei Donum" nach Lateinamerika und Afrika aus. Die meisten kümmerten sich kaum um Versicherungen oder Altersvorsorge, die Bischöfe reagierten darauf. Für die Schweizer Weltpriester musste eine Stelle geschaffen werden, die für finanzielle Hilfen und geregelte Versicherungen zuständig war. Um rasch zu einer Lösung auf gesamtschweizerischer Ebene zu kommen, wurde ab 1967 die Errichtung einer offiziellen Stelle durch die Bischofskonferenz vorangetrieben. Eine Statutenkommission erarbeite die notwendigen Richtlinien, die am 23. Mai 1972 genehmigt wurden. Das Reglement nennt klare Voraussetzungen für den Einsatz von Priestern in Übersee und regelt die Vorbereitung sowie den Vertragsabschluss und die finanzielle Lastenverteilung. Geführt wird die Dienststelle von einem Direktorium, bestehend aus definierten Vertretungen wie SBK, Diözesen, einem Ehemaligen sowie dem jeweiligen Direktor von Missio Schweiz. Das Direktorium wählt den Dienstellenleiter. Aktueller Präsident des Direktoriums ist P. Josef Rosenast, Generalvikar des Bistums St. Gallen.

Ein neugewählter Dienststellenleiter

Der neue Dienststellenleiter heisst P. Clau Lombriser OP (*1947) und tritt sein Amt am 1. Oktober 2012 an. Er war selber neun Jahre in Kigali (Rwanda) tätig. Die letzten 17 Jahre wirkte er als Curé-directeur de la mission de la langue française in Zürich. Seine missionarische Erfahrung und seine Sprachkenntnisse weisen ihn als kompetenten Leiter der FD-Dienststelle aus, die im Verlaufe des Jahres nach Fribourg verlegt wird.

Dank

Während 40 Jahren hat die Missionsgesellschaft Bethlehem Immensee die Dienststelle beherbergt und mit viel Kompetenz und Grosszügigkeit betreut. Über 150 Weltpriester und Laienseelsorgende der Schweizer Diözesen sind ein missionarisches Engagement in einer Übersee-Kirche eingegangen, weil sie mit ihren Bischöfen die ekklesiale Dimension solcher Einsätze erkannt haben. Allen, die den Fidei-Donum-Gedanken weitergetragen haben, gilt Dank und Anerkennung!

Mission der Zukunft

Der Missionsauftrag Jesu „Geht bis an die Grenzen der Erde und verkündet das Evangelium“ bleibt erst recht nach dem II. Vatikanum bestehen. Das Missionsverständnis der katholischen Kirche ist durch die Sicht des Konzils gründlich verändert worden. Die Kirche versteht sich nicht mehr als allein-seligmachende Grösse. Sie gesteht Gottes freiem Wirken auch ausserhalb ihrer selbst Möglichkeiten zu. „Lange bevor der christliche Missionar kam, war Gott schon da!“ Daraus ergibt sich für die Mission der Auftrag, mit andern Religionen einen Suchprozess aufzunehmen und einen Dialog des gegenseitigen Lernens zu initiieren. Jesu Zuwendung zum armen, kranken und sozial ausgegrenzten Menschen durchzieht das Evangelium. Wer Jesu Botschaft verkünden will, kann die unglaublichen Zustände der Ungerechtigkeit und den Graben zwischen Arm und Reich unmöglich ausblenden.

„Fidei Donum retour“

Die neue grosse Herausforderung für die Kirche Europas heisst: „Fidei Donum retour“. Der massive Mangel an Priesterberufungen bei uns hat dazu geführt, dass immer mehr Priester aus Übersee nach Westeuropa kommen. Einzelne Diözesen könnten der Versuchung erliegen, ihr gravierendes Problem des Priestermangels durch einen voreiligen und unbedachten „Import“ afrikanischer,  indischer und anderer Priester zu lösen. Der Priesteraustausch darf keinesfalls zur Lückenbüsser-Personalpolitik verkommen, zumal die jungen Kirchen ihre besten Kräfte selber benötigen. Andererseits kann ein gezielter und begleiteter Einsatz von Priestern aus andern Erdteilen bei uns nicht bloss bereichernd sein – er gehört wesentlich zur Kirche mit ihrem weltweiten Blick.

P. Josef Rosenast, Generalvikar Bistum St. Gallen, Telefon 071 227 33 68, rosenast@bistum-stgallen.ch