16.03.2017

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Synodengespräch in St. Gallen. Foto: Barbara Ludwig, kath.ch

SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | Mediencommuniqué | 05.05.2015

6'000 Personen beteiligen sich an Synodengesprächen in der Schweiz

Vorbereitung auf die kommende Versammlung der Bischofssynode

In der Schweiz haben sich im Februar und März 2015 gegen 6'000 Katholikinnen und Katholiken an zahlreichen Synodengesprächen beteiligt. Die an den Gesprächen diskutierten Anliegen und Sichtweisen sind in 570 Berichten niedergelegt. Zahlreiche Pfarreien und diverse katholische Vereinigungen sind dem Aufruf der Schweizer Bischöfe gefolgt, Fragen der bevorstehenden Familien-Bischofssynode zu diskutieren. Die Ergebnisse der Synodengespräche bestätigen und verdeutlichen die Antworten einer Ende 2013 in der Schweiz durchgeführten Online-Umfrage, an der sich mehr als 25'000 Personen beteiligt hatten. Der Bericht über die Ergebnisse der Synodengespräche ist von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) nach Rom übermittelt worden.

Die katholische Kirche sucht auf Anregung von Papst Franziskus nach erneuerten Antworten auf die brennenden Fragen zu Ehe und Familie. Diese Themen beschäftigen die Kirche seit Jahrzehnten. Nach einer ersten Bischofssynode 2014 wird in Rom im Oktober 2015 eine weitere Synode über die Familie stattfinden. In der Vorbereitung auf die kommende Versammlung der Bischofssynode sind die katholischen Gläubigen weltweit aufgerufen, ihre Einschätzungen zu formulieren.

Verständnis für die konkreten Situationen des Scheiterns

Die Rückmeldungen aus den Synodengesprächen zeigen einen grossen Konsens. Die Gesprächsrunden dokumentieren die weitgehende Wertschätzung der kirchlichen Ideale von Ehe und Familie. Zugleich sind sie sich aber der Grenzen der Umsetzung dieser Ideale in der Lebenswirklichkeit der Menschen bewusst. Sie zeigen viel Verständnis für die konkreten Situationen des Scheiterns von Ehen oder des Zerbrechens von Familien. Hier erwarten sie von der Bischofssynode Perspektiven für neue Wege für die betroffenen Menschen. Nur eine kleine Minderheit der Rückmeldungen zeigt den Wunsch nach einer strikten Einhaltung der gegenwärtigen Lehre der Kirche mit ihrer strengen Disziplin.

Wünsche  an die katholische Kirche

Die Gesprächsrunden richten sehr konkrete Wünsche nach Rom: Der Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener von den Sakramenten müsse beendet werden. Die Gründe für das Zerbrechen von Ehen seien so vielfältig, dass die pauschale Bestrafung durch die Kirche bei einer Wiederheirat nicht mehr akzeptiert werde.

Partnerschaften von Schwulen und Lesben sollen in der Kirche Platz haben, so lautet ein weiterer Wunsch an die Kirche. Auch wenn die Gleichstellung mit der kirchlichen Ehe mehrheitlich abgelehnt wird, so gibt es doch eine hohe Zustimmung zu einer Segnung dieser Partnerschaften.

Zudem haben die Gesprächsrunden die Feststellung gemacht, dass die kirchlich geschlossene, sakramentale Ehe heute zu einem Minderheitsmodell geworden ist. Daher wird gewünscht, dass die Kirche ihr Engagement in der Vorbereitung und Begleitung von kirchlichen Ehen erhöht und ihr Engagement für Familien ausbaut.

Kirchliche Mitarbeitende und engagierte Gläubige

Die Synodengespräche wurden von Januar bis März 2015 an vielen Orten und in zahlreichen Gruppen in der katholischen Kirche in der Schweiz angeboten. Die Entscheidung über die Art und Weise der Gesprächsorganisation und Durchführung der Synodengespräche war den Seelsorgenden und partizipierenden Gläubigen überlassen. Diese wurden gebeten, die wichtigsten Gesprächsergebnisse der Geschäftsstelle der Pastoralkommission der SBK zuzusenden. Der weitaus grösste Teil der an den Synodengesprächen teilnehmenden Personen repräsentiert Seelsorgende, Katechetinnen und Katecheten sowie vor allem engagierte Gläubige in Pfarreien, Kirchgemeinden, kirchlichen Verbänden (z.B. Frauen- und Jugendverbänden) und in weiteren Gruppierungen und Gemeinschaften.

Die Schweizer Bischofskonferenz hatte zur Durchführung von Synodengesprächen aufgerufen und dazu entsprechendes Impulsmaterial zur Verfügung gestellt. Der Gesamtprozess wurde in der Geschäftsstelle der Pastoralkommission der SBK (mit Sitz im Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut) koordiniert. Dort wurden die Ergebnisberichte der Synodengespräche gesammelt, analysiert und in einem Bericht zusammengefasst. Dieser Bericht schliesst auch Rückmeldungen von Fachpersonen der Familienpastoral und aus der Theologie ein. In Rom werden die weltweit gesammelten Stimmen in ein Vorbereitungsdokument für die Synode im Oktober 2015 einfliessen.

 

Freiburg i.Ü., 5. Mai 2015

 

Walter Müller

Informationsbeauftragter der
Schweizer Bischofskonferenz