Aufruf der Schweizer Bischöfe und Territorialäbte
Mit dem ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr. Es dauert genau so lange wie das chronologische Jahr, füllt es aber mit einem neuen Sinn. Das Kirchenjahr nimmt uns hinein in die Heilsgeschichte, in das Abenteuer, auf das sich Gott mit den Menschen und der ganzen Schöpfung einlässt.
Der Ablauf der Zeit hat viele Dimensionen, für jeden einzelnen Menschen, in Familie und Beruf, für die Gesellschaft und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Zeit kann zum Geschenk werden oder auch zur Bedrängnis, gefüllt mit Sorgen, Ängsten und Trauer, ja Resignation über die politischen, ökonomischen und ökologischen Probleme auf unserer Erde.
Das Leben der Universität hat ebenfalls seinen eigenen Rhythmus, strukturiert nach Herbst- und Frühlingssemester, vorlesungsfreien Studienzeiten, Prüfungswochen – im Wechsel von Lehre, Forschung und Verwaltung. Auch hier kann die Zeit reich gefüllt sein mit Entdeckungen neuer Horizonte, ja mit der Unruhe über die berufliche Zukunft und dem Wunsch einer kreativen Mitgestaltung unserer Gesellschaft.
Am 1. Adventssonntag begehen wir in der katholischen Kirche in der Schweiz seit 1949 den Hochschulsonntag. Das nun beginnende Kirchenjahr trägt die Hoffnungsperspektive der Heilsgeschichte in den Zeitrhythmus unseres Alltags hinein. Die Solidarität der Schweizer Katholikinnen und Katholiken für die Universität Freiburg durch die Hochschulkollekte verknüpft die Hoffnungsperspektive des Glaubens mit dem akademischen Leben.
Dank der finanziellen Unterstützung der Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz kann die Universität Freiburg zahlreiche Projekte verwirklichen, die über die üblichen Studienprogramme hinausgehen. Insbesondere die Ausbildung und Entwicklung der ethischen Kompetenzen der Studierenden in den verschiedensten Gebieten werden seit bald zwanzig Jahren für alle Fakultäten angeboten. Fragen der Umweltethik, der medizinischen Ethik, Fragen im Zusammenhang mit dem Alter und mit Anfang und Ende des Lebens, Friedensethik und Menschenrechte werden thematisiert. Darin zeigt sich die besondere Achtung der Universität Freiburg für die Tradition der sozial-christlichen, humanen und weltoffenen Katholizität.
Wir laden Sie herzlich ein, durch Ihr Engagement die Tradition des Hochschulsonntags weiterzuführen und Ihre adventliche Hoffnung mit der Universität Freiburg zu teilen, die künftige Akteure des öffentlichen Lebens auf ihre Verantwortung vorbereitet.
Freiburg, im September 2025
