Zur Heiligkeit berufen

Was bedeutet es, heilig zu sein?

Im Angelus vom 1. November 2013, wollte Papst Franziskus daran erinnern, dass wir alle zur Heiligkeit berufen sind, dass dies unsere Berufung als Getaufte ist und dass das Ziel nicht der Tod, sondern das Paradies ist. Heilig zu sein bedeutet, sich für alle Ewigkeit an der Gegenwart Gottes zu erfreuen und an seiner Heiligkeit teilzuhaben. Wie erreicht man dieses Ziel? Johannes schreibt in seinem ersten Brief: „… was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ (1 Joh 3,2). Die Heiligen sind Menschen, die in ihrem irdischen Leben „in tiefer Gemeinschaft mit Gott gelebt haben. Im Antlitz der kleinsten und am meisten verachteten Brüder und Schwestern haben sie das Antlitz Gottes gesehen, und jetzt schauen sie ihn von Angesicht zu Angesicht in seiner glorreichen Schönheit.“

Die Heiligen lebten also in der Welt, mit „Freuden und Leiden, Mühen und Hoffnungen … aber als sie die Liebe Gottes erkannten, folgten sie ihm von ganzem Herzen, ohne Bedingungen und Heuchelei; sie widmeten ihr Leben dem Dienst an anderen, ertrugen Leiden und Widrigkeiten, ohne zu hassen, und antworteten auf Böses mit Gutem, indem sie Freude und Frieden verbreiteten. Das ist das Leben der Heiligen: Menschen, die aus Liebe zu Gott in ihrem Leben keine Bedingungen an ihn gestellt haben; sie waren nicht heuchlerisch; sie haben ihr Leben in den Dienst anderer gestellt, um ihren Nächsten zu dienen; sie haben viele Widrigkeiten erlitten, aber ohne zu hassen. Die Heiligen haben niemals gehasst … sie haben sich vom Teufel abgewandt; die Heiligen … haben Freude im Herzen und geben sie an andere weiter … Jesus Christus lehrt uns, heilig zu werden … er zeigt uns den Weg: Den der Seligpreisungen (vgl. Mt 5,1-12). … Mit ihrem Zeugnis ermutigen uns die Heiligen, keine Angst zu haben, gegen den Strom zu schwimmen oder missverstanden und verspottet zu werden, wenn wir von Ihm und vom Evangelium sprechen; sie zeigen uns mit ihrem Leben, dass derjenige, der Gott und seinem Wort treu bleibt, bereits auf dieser Erde den Trost seiner Liebe und dann das „Hundertfache” in der Ewigkeit erlebt.

Wie ein Artikel auf Acistampa erklärt, „wird der heiliggesprochene Heilige als Vorbild für ein christliches Leben vorgeschlagen und ist ein besonderer Fürsprecher bei Gott. Die Kirche schlägt einige als Vorbild für ein Leben vor, als Kandidaten für die Heiligsprechung, weil sie den Ruf der Heiligkeit haben. Im Ruf der Heiligkeit liest man den Willen Gottes. Wenn es einen beständigen und begründeten Ruf der Heiligkeit gibt, wird der Heiligsprechungsprozess eingeleitet.“

Durch die Heiligsprechungen möchte die Kirche also anhand von Beispielen aus dem wirklichen Leben zeigen, dass Heiligkeit für alle möglich ist.”

Weitere Informationen zum Heiligsprechungsprozess

Heilige, Selige und Ehrwürdige in der Schweiz

Auch die Schweiz hat ihre Heiligen, Seligen und Ehrwürdigen. Die letzte Seligsprechung fand am 12. Juli 2025 in Barcelona statt. Es handelt sich hier um François-Benjamin May (Fra Lycarion), geboren 1870 in Bagnes, der 1909 in Barcelona das Martyrium empfangen hatte.

Auflistung von Heiligen, Seligen und Ehrwürdigen der Schweiz (13 Juli 2023)