Am 6. Januar wird Papst Leo XIV. die letzte noch geöffnete Heilige Pforte des Petersdoms schliessen. Mit dieser Geste endet offiziell das Jubiläumsjahr 2025. Das Heilige Jahr ist ein Jahr der Gnade. Dieses bekam einen noch bedeutsameren und bewegenderen Charakter als Papst Franziskus, der am 24. Dezember 2024 die Heilige Pforte geöffnet und damit das Jubiläum eingeleitet hatte, am 21. April 2025 verstorben ist. Dieses zeitliche Zusammentreffen hat historischen Seltenheitswert und prägte entsprechend dieses bewegende Jubeljahr 2025. Auf den Tod von Franziskus folgten das Konklave, welches der Welt den neuen Papst Leo XIV. präsentierte.
Auch für die SBK stand in diesem Heiligen Jahr einen Führungswechsel an. Bischof Felix Gmür übergab am 1. Januar 2025 das Präsidium an Bischof Charles Morerod. Auch die SBK nahm das Jubiläum zum Anlass von Pilgerfahrten, darunter insbesondere die nationale Wallfahrt nach Einsiedeln, die von der SBK und der Benediktinerabtei Einsiedeln organisiert wurde und am 17. Mai 2025 stattfand.
Mit dieser Wallfahrt folgten die Mitglieder der SBK der Einladung von Papst Franziskus, das Jubiläum als Zeit des Gebets, der Versöhnung und der geistlichen Erneuerung zu leben. Die Verkündigungssbulle „Spes non confundit” („Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen”) präzisiert, dass die Pilgerfahrt ein grundlegendes Element jedes Jubiläumsereignisses darstellt und dass der Besuch eines Marienheiligtums eine wichtige Gelegenheit ist, um die besondere Gnade zu empfangen, die während des Jubiläumsjahres geschenkt wird.
Tatsächlich strömten bereits in den frühen Morgenstunden mehr als 1600 Pilgernde aus der ganzen Schweiz, unterschiedlicher Herkunft und Riten, auf den Vorplatz der Kirche, um die Schweizer Bischöfe zu treffen und an der Messe teilzunehmen. Diese wurde in den vier Landessprachen abgehalten und war somit auch eine Feier der sprachlichen Vielfalt der Schweiz.
Dieses Treffen bot den Bischöfen und Pilgernden die Gelegenheit, sich als Mitglieder derselben Gemeinschaft, als Kinder Gottes, auf Augenhöhe zu begegnen und in Beziehung zu treten. Die nationale Wallfahrt fand unter dem Zeichen des gegenseitigen Respekts und der Vielfalt der Weltkirche statt. Beides Teilstücke des Weges der Versöhnung und der Hinwendung zu Gott: sich in der Vielfalt zu begegnen und sich dank ihr ganz gegenseitig besonders wertzuschätzen.
