Evaluation des Reuss Instituts
- Stand der Evaluation
Der Bildungsrat evaluiert im Auftrag der DOK seit 2021 die Angebote des Reuss-Instituts in Luzern. Das Reuss-Institut bietet einen dualen Bildungsgang für «Gemeindeentwicklung, Fresh Expressions of Church und Pioneering» an. Als Vorbild dienen hierfür Modelle der anglikanischen Kirche von England. Bislang haben sich 15 Personen für den dualen Bildungsgang entschieden und 29 für Weiterbildungsmodule. Die ersten sechs Absolvierenden werden in diesem Sommer zertifiziert.
Die DOK konnte nun über einen Zwischenbericht beraten. Verfasst wurde er von der Qualitätssicherungskommission (QSK) des Bildungsrates der katholischen Kirche in der Deutschschweiz. Die Verantwortlichen in den Bistümern für Pastoral und Personal haben dazu differenziert Stellung genommen. Die DOK kommt zu folgendem Zwischenergebnis.
- Zwischenergebnis der Evaluation
Die DOK sieht das ökumenische Engagement des Reuss-Instituts für missionarische Pastoral und anerkennt seine Qualität: Das Curriculum wurde unter Anleitung der QSK konsequent im Sinne eines dualen Bildungswegs auf dem Niveau der Höheren Fachschulen (HF) überarbeitet. Das entsprechende Niveau 6 im Nationalen Qualifikationsrahmen für Berufsbildung wird erreicht. Der Bildungsgang zielt nicht auf die bestehenden Berufsbilder. Seine Spezialisierung auf Gemeindeentwicklung löst diese Querschnittskompetenz von einer religionspädagogischen oder seelsorglichen Qualifikation ab.
Die DOK hält an den etablierten Qualifikationsprofilen (Seelsorger:in, Religionspädagog:in, Katechet:in, Kirchliche Jugendarbeiter:in) und den bestehenden Ausbildungen fest (theologische Fakultäten, RPI, ForModula). Die DOK anerkennt deshalb den dualen Bildungsgang des Reuss-Instituts nicht als Ausbildung, die für einen kirchlichen Beruf qualifiziert.
Absolvierende des Reuss-Instituts sollen deshalb nicht in den genannten Berufen angestellt werden, sofern sie nicht über den entsprechenden kirchlichen Berufsabschluss verfügen. Wenn die Absolvierenden die nötige Qualifikation nachträglich erwerben möchten, prüfen kirchlich anerkannte Ausbildungsstellen,
welche Vorleistungen anerkannt werden und welche Studienleistungen noch erbracht werden müssen, um anschliessend in einem der oben genannten Berufe tätig sein zu können.
- Perspektiven
Die DOK erkennt das Potenzial, dass Freiwillige und Berufsleute durch situativ passende Konzepte und Methoden wie u. a. Fresh Expressions of Church kirchliches Leben weiterentwickeln. Aus diesem Grund sieht die DOK in den Weiterbildungsangeboten des Reuss-Instituts eine Ergänzung im kirchlichen Weiterbildungsangebot. Die DOK nimmt allerdings auch wahr, dass der vom Reuss-Institut gewählte spezielle pastorale Ansatz nicht in der vollen Breite akzeptiert ist und zu Fragen mit Blick auf die Transformation der Pastoral in der Deutschschweiz führt.
Die DOK hatte den Bildungsrat ursprünglich beauftragt, das Bildungsangebot des Reuss-Instituts während fünf Jahren zu evaluieren. Falls das Reuss-Institut eine Fortsetzung der Evaluation in den kommenden zwei Jahren wünscht, soll der Bildungsrat gemeinsam mit dem Reuss-Institut einen neuen Evaluationsfokus festlegen.
Die DOK und das Reuss-Institut bedanken sich für die geleistete Arbeit durch Bildungsrat und QSK sowie durch die Konferenzen der Pastoralamtsleitenden und der Personalverantwortlichen.
Zürich und Luzern, im August 2024
Für die DOK: Generalvikar Guido Scherrer, Präsident
Für den Vorstand des Reuss-Instituts: Mélanie Fretz, Präsidentin
