Am 1. November sind alle Getauften eingeladen, ihren Blick zum Himmel zu werfen, wo Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder aller Zeiten von der Gnade und der Schönheit des Allmächtigen umhüllt sind.
Denn wir alle sind entzückt von den Gesichtern der Heiligen. Nicht nur von denen des liturgischen Kalenders, jenen Gesichtern, welche wir auf Fresken, Gemälden oder Statuen betrachten können… Wir denken dabei ebenfalls an jene namenlosen Menschen in weissen Gewändern, die bereits die selige Vision des ewigen Lebens geniessen!
Die Ursprünge dieses Festes sind sehr alt. Es geht in der Tat auf uralte Rituale zurück, welche mit keltischen Traditionen verbunden sind. Die Kelten teilten das Jahr grundsätzlich in zwei Perioden: Die erste begann im Mai, die zweite Ende Oktober, bei welcher sie den Tod und die Ruhe der Natur feierten.
Die christliche Bedeutung dieses Festes unterscheidet sich selbstverständlich deutlich von jenen bäuerlichen Festen, die von der keltischen und römischen Bevölkerung begangen wurden.
Das Hochfest Allerheiligen verbreitete sich mehr und mehr im 8. und 9. Jahrhundert im gesamten lateinischen Europa.
Papst Gregor III. (731-741) wählte den 1. November als Jahrestag der Einweihung einer Kapelle des Petersdoms wo die Reliquien «der heiligen Apostel und aller Heiligen, Märtyrer und Bekenner und aller vollendeten Gerechten, die in der ganzen Welt in Frieden ruhen», deponiert wurden.
Besonders an diesem Tag lädt die Kirche daher alle Getauften ein, den Blick zum Himmel zu erheben, bis man einen Blick auf das himmlische Jerusalem erhaschen kann, wo «die festliche Versammlung unserer Brüder und Schwestern den Herrn in Ewigkeit verherrlicht». Denn Hoffnung ist das Leitwort dieses Tages: Heute ist der Tag des Paradieses!
Übersetzt aus dem Text vom Centro di Liturgia – Lugano
