Miteinander und Verantwortung: Besuch in Nuolen

Einsiedeln/Nuolen, 2. Juni 2026 – Zu Beginn ihrer 352. Ordentlichen Versammlung in Einsiedeln hat die Schweizer Bischofskonferenz gemeinsam mit Frau Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher das kantonale Durchgangszentrum Nuolen besucht.

Das Zentrum, das seit Februar 2025 im ehemaligen Patres-Haus betrieben wird, bietet geflüchteten Menschen vorübergehend Unterkunft und Betreuung. Es wird im Auftrag des Kantons Schwyz von der ORS Service AG geführt und beherbergt aktuell bis zu 35 Personen, vor allem Familien mit Kindern sowie alleinstehende Frauen.

Der Besuch verstand sich bewusst als ein Zeichen der Nähe: gegenüber Menschen, die oft nach belastenden Erfahrungen auf der Suche nach Schutz und Perspektiven sind. Neben der politischen und organisatorischen Verantwortung wurde damit auch die menschliche und gesellschaftliche Dimension von Migration sichtbar gemacht.

Das Durchgangszentrum Nuolen steht exemplarisch für einen Ansatz, der Betreuung, Struktur und Integration verbindet. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden rund um die Uhr begleitet, nehmen an Sprachkursen teil und gestalten ihren Alltag innerhalb klarer Rahmenbedingungen weitgehend selbstständig. Ziel ist es, ihnen in einer ersten Phase Stabilität zu bieten und sie auf ein Leben in den Gemeinden vorzubereiten.

Mit ihrem Besuch unterstreichen die Beteiligten die Bedeutung eines respektvollen und solidarischen Miteinanders. Migration stellt Staat und Gesellschaft vor Herausforderungen, eröffnet aber zugleich die Möglichkeit, grundlegende Werte wie Würde, Verantwortung und Zusammenhalt konkret werden zu lassen.

Die Schweizer Bischofskonferenz bringt dies in einer einfachen Geste zum Ausdruck: im gemeinsamen Essen, im Zuhören, im persönlichen Gespräch – und im stillen Gebet. Es geht darum, Menschen in prekären Lebenssituationen nicht aus dem Blick zu verlieren, sondern ihnen mit Aufmerksamkeit und Respekt zu begegnen.

Der Besuch in Nuolen steht somit für ein gemeinsames Anliegen von Kirche und Staat: Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft nicht nur zu verwalten, sondern ihnen mit Menschlichkeit zu begegnen.