Maria von Magdala – die herausragende Zeugin der Auferstehung

Zum Fest der heiligen Maria von Magdala, dem 22. Juli, unterstützt der Frauenrat apostolisch wirkende Frauen in der römisch-katholischen Kirche Schweiz.

Maria von Magdala und die Jungfrau Maria sind die Frauen mit häufigster Erwähnung im Neuen Testament. Maria von Magdala wird als Jüngerin nicht in männlicher Begleitung, sondern mit ihrem Herkunftsnamen benannt. Magdala kommt von „Migdal“ und bedeutet Turm. Maria von Magdala ist Leuchtturm der Auferstehung Jesu. Als seine Geheilte, begleitete sie ihn, teilte seine Verkündigung und lebte seine Botschaft – keine stumme Zuschauerin, sondern als Mitträgerin des Evangeliums.

Sie und die Frauen brachten grossen Mut und Vertrauen in die Beziehung zu Jesus auf, um ihm während seiner Leidenszeit bis in den Tod beizustehen (Mk, 15,40-41). Frauen hielten die Demütigung Jesu durch den Kreuzestod aus, obwohl nach damaligem jüdischen Glauben Gekreuzigte von Gott Verlassene waren und Beistand zur Todesstrafe gereichte.

Jesus gab Maria von Madgala die Aufgabe, die erste Verkünderin der Auferstehung zu sein und den anderen Jüngern und Jüngerinnen diese Nachricht zu überbringen (Joh 20,11-18).

Er hat – wie das Neue Testament belegt – die patriarchale Struktur der Gesellschaft gebrochen. So konnten in der Frühkirche egalitäre Gepflogenheiten teils gelebt werden. Am bekanntesten belegen dies die Paulus-Berichte über Phöbe und Junia (Röm, 16,1,7).

Mit der Entwicklung der Kirche nach römischem Stil scheint sich eine diverse christliche Gemeinde vom antipatriarchalen Vorbild Jesu abzuwenden und sich in eine Monokultur nach römischem Recht und römischer Kultur bis heute einbinden zu lassen. Aber: «Monokultur macht aus dem Weinberg eine Wüste», wie M. Maggio, sizilianischer Weinbauer, in Wein Lese Delinat, n°82 schreibt.

Maria von Magdala wurde ab dem 4. Jahrhundert mit anderen Frauen im Neuen Testament gleichgesetzt, schrittweise zur Prostituierten herabgewürdigt. Jedoch im 11. und 12. Jahrhundert wird sie bereits in vielen Schriften als „Apostelin der Apostel“ bezeichnet. Es dauerte fast weitere 1000 Jahre, bis 2016 anlässlich des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit Papst Franziskus ihren Gedenktag, den 22. Juli zu einem Fest erhob und es mit eigenem Präfationstext (siehe unten) liturgisch den männlichen Aposteln gleichstellte.

Wie die grosse Mystikerin und Kirchenlehrerin Teresa von Ávila sagt: «Ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister zurückstösst, nur weil es sich um Frauen handelt.» («Weg der Vollkommenheit», Werke und Briefe, CE 4,1) – sagen auch wir, dass Frauen nie müde werden, die von Jesus erhaltene Würde der Verkündigung der frohen Botschaft wahrzunehmen. Als Frauenrat unterstützen wir alle Frauen in der katholischen Kirche Schweiz, die den verpflichtenden Auftrag Jesu erfüllen, nach Vorbild von Maria von Magdala apostolisch zu wirken, die Verkündigung der frohen Botschaft geschwisterlich zu teilen und patriarchale Denkmuster zu durchbrechen.

Der Frauenrat der SBK