50 Jahre Synode in der nachkonziliaren Zeit

Die Bischofssynode (1971–1975)

IIn den Jahren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil durchlief die katholische Kirche eine Phase tiefgreifender Erneuerung und Reflexion. Papst Paul VI., der den Geist des Konzils lebendig halten wollte, berief zwischen 1971 und 1974 zwei für die 1970er Jahre sehr bedeutende Bischofssynoden ein.

Die Synode von 1971 befasste sich mit den Themen Priesteramt und Gerechtigkeit in der Welt. Sie bekräftigte den spirituellen Wert der Priester und das Engagement der Kirche im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten. Aus diesen Diskussionen entstand das Dokument Gerechtigkeit in der Welt, das zu einem Bezugspunkt für das soziale Engagement der Kirche werden sollte.

Die Synode von 1974 befasste sich hingegen mit der Evangelisierung in der heutigen Welt. Die Bischöfe betonten, dass Evangelisierung bedeutet, das Evangelium im täglichen Leben zu bezeugen und die Laien aktiv einzubeziehen. Aus den Schlussfolgerungen dieser Synode entstand das Apostolische Schreiben „Evangelii nuntiandi”, das 1975 von Papst Paul VI. veröffentlicht wurde. Darin wird die Evangelisierungsmission der Kirche als untrennbar mit der Förderung von Gerechtigkeit und Menschenwürde definiert.

Diese Synoden waren von entscheidender Bedeutung, da die Kirche sich ihrer Rolle in der heutigen Welt bewusst wurde und Zeugnis, Gerechtigkeit und evangelische Mission in den Mittelpunkt stellte. Sie legten den Grundstein für das später als „Neuevangelisierung” bezeichnete Thema, das die Kirche in den folgenden Jahrzehnten begleiten sollte.

Die Synode 72 in der Schweiz

Zwischen 1972 und 1975 organisierte auch die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) eine Synode, um die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils umzusetzen. Zum ersten Mal nahmen Laien, Priester und Ordensleute mit gleichem Rede- und Stimmrecht teil.

Die Synode fand in Form von interdiözesanen Sitzungen statt, an denen alle Schweizer Diözesen beteiligt waren, und befasste sich mit zwölf Themenbereichen. Das Hauptziel bestand darin, die Reformen des Konzils zu konkretisieren und die aktive Beteiligung der Laien zu stärken. Im Rahmen dieser Synode wurden pastorale und liturgische Dokumente erarbeitet, darunter neue Gebete und Eucharistiefeiern, die in das Römische Messbuch aufgenommen wurden. Die offizielle Abschlussfeier fand am 30. November 1975 mit einer feierlichen Zeremonie statt. Dieses Ereignis stärkte die Idee einer synodalen, partizipativen und für den Dialog zwischen Klerus und Gläubigen offenen Kirche, festigte das Prinzip der Mitwirkung und legte den Grundstein für die moderne Seelsorge.

Synodalitätskommission

Im Anschluss an die Bischofssynode 2021–2024 hat die CVS in jüngerer Zeit in Zusammenarbeit mit der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) die Synodalitätskommission ins Leben gerufen, um die synodale Teilhabe in der Kirche zu fördern.

Weitere Informationen zur Synodalitätskommission