Mit einer von Bischof Felix Gmür geleiteten eucharistischen Anbetung in der St.-Anna-Kapelle begann die 353. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz im Kloster Fischingen/TG. Im Zentrum der dreitägigen Beratungen standen der Dialog mit verschiedenen kirchlichen Partnern, die gemeinsame Verantwortung gegenüber von Missbrauch betroffenen Personen sowie die synodale und interkulturelle Zukunft der katholischen Kirche in der Schweiz.
Austausch mit Betroffenenorganisationen
Am 21. September 2026 begegneten die Mitglieder der SBK Vertreterinnen und Vertretern der drei sprachregionalen Betroffenenorganisationen IG-M!kU, SAPEC und GAVA. Thema waren die bisherigen Massnahmen nach der Veröffentlichung der Pilotstudie von 2023, die Erwartungen der Betroffenenorganisationen an die weitere Prävention, Aufarbeitung und Begleitung sowie die künftig verstärkte und regelmässige Zusammenarbeit im Dialog zwischen den Betroffenenorganisationen und der SBK.
Die Beteiligten führten einen offenen und direkten Austausch. Eine gemeinsam abgestimmte Mitteilung über die Begegnung und deren Ergebnisse wird voraussichtlich in den kommenden Tagen veröffentlicht.
Begegnung mit der Nationaldirektorin von migratio
Die Mitglieder der SBK trafen sich mit Isabel Vasquez, Nationaldirektorin von migratio, zu einem vertieften Austausch über die aktuellen Entwicklungen und die künftigen Herausforderungen der Migrationspastoral in der Schweiz. Im Zentrum standen die Umsetzung des Gesamtkonzepts «Auf dem Weg zu einer interkulturellen Pastoral», die wachsende Bedeutung neuer sprachlicher und kultureller Gemeinschaften sowie die Frage, wie die Vielfalt der Kirche noch stärker als Ressource für ihre pastorale und synodale Entwicklung genutzt werden kann.
Diskutiert wurden zudem die Zusammenarbeit zwischen Diözesen, Sprachmissionen, katholischen Ostkirchen und migratio, Fragen der Missio Canonica und der pastoralen Verantwortung sowie die Bereiche Prävention, Qualitätsentwicklung und Begleitung von Seelsorgenden. Auch die langfristige Sicherung und Finanzierung der Migrationspastoral sowie die stärkere Sichtbarkeit migrationspastoraler Themen in der kirchlichen Kommunikation kamen zur Sprache.
Die SBK bekräftigte die Bedeutung einer koordinierten Migrationspastoral, die Menschen unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Traditionen in einer gemeinsamen kirchlichen Sendung zusammenführt. Dabei wurde hervorgehoben, dass die kulturelle Vielfalt der Kirche nicht nur eine pastorale Herausforderung, sondern auch eine Chance für die Zukunft der Kirche in der Schweiz darstellt.
Begegnung mit dem Frauenrat
Nach einem gemeinsamen Mittagessen am Dienstag fand eine Begegnung zwischen den Mitgliedern der SBK und des Frauenrates der SBK statt. Ausgangspunkt des gemeinsamen Austauschs war die vom Frauenrat im Rahmen eines synodalen Prozesses erarbeitete Leitfrage: «Was ist der Mehrwert des Frauenrates für die SBK?». Nach einer Einführung durch den Vorstand des Frauenrates führten die Teilnehmenden in deutsch- und französischsprachigen Gruppen dazu ein Gespräch im Geist durch. Dabei standen das gemeinsame Hören auf das Wort Gottes, das gegenseitige Zuhören sowie die gemeinsame geistliche Unterscheidung im Mittelpunkt. Die Beratungen mündeten in gruppenweise formulierte Erkenntnisse und Aussagen, die im Plenum zusammengetragen wurden.
Die Teilnehmenden betonten den gemeinsamen Willen, Beziehungen zu vertiefen, Vertrauen zu stärken und sich Zeit füreinander zu nehmen. Als besonderer Mehrwert des Frauenrates wurde sein eigenständiger Blickwinkel hervorgehoben, der neue Perspektiven eröffnet und dazu beitragen kann, gemeinsam im Geist des Evangeliums mutige Schritte in die Zukunft zu wagen.
Genehmigung des totalrevidierten Reglements des CRPL
Per Ende 2026 wird der Trägerverein des Centre romand de pastorale liturgique (CRPL) aufgelöst. Die bisherigen Aufgaben und Tätigkeiten werden künftig durch das CRPL als Dienststelle der Schweizer Bischofskonferenz wahrgenommen. Das neue Reglement definiert den rechtlichen Rahmen, die Aufgaben sowie die Organisation und Arbeitsweise dieser Dienststelle.
Mit der Eingliederung des CRPL in die Strukturen der Schweizer Bischofskonferenz per 1. Januar 2027 wird die institutionelle Verankerung des französischsprachigen Liturgischen Zentrums jener des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz angeglichen, das bereits seit längerer Zeit als Dienststelle der SBK in der Zuständigkeit der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz (DOK) geführt wird.
Besuch des Apostolischen Nuntius
Am späteren Montagnachmittag freuten sich die Mitglieder der SBK, den Apostolischen Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Martin Krebs, zu einem persönlichen Austausch zu empfangen. Im Zentrum standen die Rolle und die Möglichkeiten der Diplomatie des Heiligen Stuhls in einer von Konflikten geprägten Welt. Der Nuntius betonte die besondere Stellung des Heiligen Stuhls, die den Dialog mit allen Seiten ermögliche, und unterstrich die Überzeugung, dass Frieden letztlich nur durch Gespräch, Verständigung und beharrliche Diplomatie wachsen könne.
Elfte Nachalimentierung des Genugtuungsfonds an Opfer von verjährten sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld
Die Kommission Genugtuung beantragte eine weitere Nachalimentierung des Genugtuungsfonds, damit auch künftig Genugtuungsbeiträge an Betroffene ausgerichtet werden können. In Fortsetzung der Verantwortung der katholischen Kirche in der Schweiz gegenüber den von Missbrauch betroffenen Personen beschloss die SBK eine 11. Nachalimentierung des Fonds in der Höhe von CHF 300’000. Damit soll die Handlungsfähigkeit des Fonds im Jahr 2026 sichergestellt werden. Je nach Entwicklung der eingereichten Gesuche könnte im Jahr 2027 eine weitere Nachalimentierung erforderlich werden.
Dritter Synodalitätstag
Am Mittwoch kamen die Mitglieder der SBK und des Präsidiums der RKZ mit der Synodalitätskommission zum dritten Synodalitätstag zusammen. Im Zentrum standen der Austausch über die Erfahrungen mit Synodalität in den Bistümern sowie das nationale Projekt «Vielsprachig katholisch». Dieses soll die sprachliche und kulturelle Vielfalt der katholischen Kirche in der Schweiz als gemeinsame Ressource stärken und konkrete Perspektiven für Gemeinschaft, Beteiligung und Sendung entwickeln. Die Teilnehmenden stimmten der Umsetzung des Projekts zu, dessen erste Phase im Oktober 2026 mit dezentralen synodalen Gesprächen beginnt. Ein separater Bericht über den Synodalitätstag wird am Freitag veröffentlicht.
Ernennungen
Die Mitglieder der SBK nahmen folgende Ernennung vor:
Frau Dr. Patrizia Cattaneo Beretta, Bistum Lugano, als Ehebandverteidigerin des Interdiözesanen Schweizerischen Kirchlichen Gerichts (ISKG).
Frau Marianne Pohl-Henzen, Bistum Lausanne, Genf und Freiburg, als SBK-Delegierte in den Stiftungsrat von Fastenaktion für eine zweite Amtsperiode vom 1.3.2026 (rückgängig) bis zum 14.6.2030.






