Papst Franziskus ist heute verstorben. Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) sind dankbar für das Geschenk seines Lebens an die Kirche und beten für seine Seele.
Der Präsident der SBK, Mons. Charles Morerod, erinnert sich an seinen ersten Eindruck von Papst Franziskus: «Schon bei meiner ersten Begegnung mit dem Papst (auf dem Gang) war ich von der Einfachheit der Beziehungen beeindruckt. Sein gesamtes Pontifikat bestätigte diese Haltung. Es war wirklich die Art und Weise, wie Jesus den Menschen begegnete …».
Man kann tatsächlich sagen, dass Papst Franziskus den Schwerpunkt auf Einfachheit gelegt hat. Er hat mehrfach den schon in den 1960er Jahren begonnenen Bruch mit dem höfischen Stil betont. Bei seiner Wahl im Jahr 2013 forderte er die Gläubigen lediglich auf, für ihn zu beten. Seine improvisierten Ansprachen, die das Ergebnis seiner jesuitischen Ausbildung sind, lösten oft überraschte Reaktionen aus: Er regte anhand von Fragen zum Nachdenken an und bezog die Verantwortung der Gesprächspartner für das Verständnis besonderer Situationen mit ein.
Darüber hinaus betonte er die Notwendigkeit, auf andere zuzugehen, insbesondere auf die Schwächsten: Wiederverheiratete Geschiedene, Migranten, von der Gesellschaft Ausgegrenzte, … . Er zeigte sich auch sehr wohlwollend gegenüber anderen Religionen. Er verstand es, Verbindungen zu schaffen, indem er beispielsweise die spirituelle Dimension der Ökologie aufzeigte. Dies ging einher mit Fragen an seine engsten Mitarbeiter in der Römischen Kurie, deren Reform er einleitete, die damit ein ganz neues Mass an Verantwortung für Laien, Frauen und Männer ermöglichte.
Auch während seines Besuchs in der Schweiz im Jahr 2018 zeigte er, welch große Bedeutung er der Ökumene beimisst. In seiner Predigt bei der Abschlussmesse in der Palexpo in Genf hat der Papst daran erinnert, dass das Verzeihen das grösste Geschenk Gottes ist, da es erneuert und Wunder wirkt. Franziskus’ natürliches Charisma war in der Tat mit dem Geist des Heiligen Franz von Assisi verbunden, dessen Name und Patronat er übernommen hatte: Von Gott begeistert war er selbst von Christus ergriffen. Dies ermöglichte es ihm, einfache und geschwisterliche Beziehungen zu pflegen.
