Die Kirche feiert am Donnerstag (bzw. am Sonntag) nach dem Fest der Heiligen Dreifaltigkeit das Hochfest des Allerheiligsten Sakraments des Leibes und Blutes Christi. Es wird seit den ersten Feierlichkeiten in Lüttich im Jahr 1246 und dann seiner Einsetzung als Hochfest in der gesamten Kirche im Jahr 1264 durch Papst Urban IV. volkstümlich «Fronleichnam» genannt.
Die liturgischen Gebete in der Eucharistiefeier wurden 1264 von dem Theologen Thomas von Aquin verfasst. Eines von ihnen, das Gebet über die Gaben, zeigt eine wichtige Facette des an diesem Tag gefeierten Mysteriums:
«Schenke deiner Kirche, was diese Gaben geheimnisvoll bezeichnen: die Einheit und den Frieden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn».
Es handelt sich um das Brot und den Wein, welche zum Sakrament des Leibes und Blutes Christi werden, d.h. Präsenz und Wirken Christi in mitten der Gemeinde. Beim Empfang der Kommunion zeigen die Christen, dass sie den Leib Christi sind, den sie gemeinsam bilden. Denn die Kirche ist der Leib Christi (1 Kor 10,17), welcher immer wieder der Einheit und des Friedens bedarf, welche auf ihrem Weg auf der Erde gegenwärtig und begleitend der Herr ihr schenkt.
Übersetzt aus dem Text von Fr. Jean Bosco Devaux, Centre Romand de Pastorale Liturgique
