Liebe Schwestern und Brüder
Als Bischöfe haben wir die Weihe nicht für eine bestimmte Diözese empfangen, sondern damit auch eine Verantwortung für die ganze Welt (Ad Gentes, Art. 38). Dasselbe gilt für alle Getauften. Wir rufen sie daher auf, den Monat und Sonntag der Weltmission sich dieser Verantwortung bewusst zu werden.
Papst Leo XIV. hat für dieses Jahr das Thema «Eins in Christus, vereint in der Mission» gewählt. Das «Eins-sein in Christus» ist der Ausgangspunkt jeglichen kirchlichen, und das heisst jeden missionarischen Wirkens. Denn es gibt kein kirchliches Wirken, wenn es nicht missionarisch ist. Der Evangelisierungsauftrag erfordert versöhnte, geschwisterliche Herzen, die nach Gemeinschaft streben.
Der Sonntag der Weltmission 2026 steht ganz im Zeichen eines Jubiläums: Am 18. Oktober jährt sich die Einführung dieses Sonntags zum 100. Mal. Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass dieses Anliegen von Anfang an im Mittelpunkt stand: Bereits 1926 betonte die Petition der Kongregation für die Evangelisierung der Völker an Papst Pius XI. die Bedeutung eines solchen Tages.
Auch heute will der Sonntag der Weltmission daran erinnern, worauf es wesentlich ankommt: die Einheit unter den Gläubigen zu stärken und lebendig zu halten. Jede und jeder ist eingeladen, dazu einen Beitrag zu leisten – im Gebet ebenso wie durch eine solidarische Spende. Auf diese Weise wachsen weltweit Verbindungen im Glauben, und nur so wird die Einheit der Kirche sichtbar und erfahrbar.
An diesem Sonntag wird die Kollekte in über 120 Ländern durchgeführt. Sie unterstützt Diözesen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien – dort, wo die Kirche oft unter schwierigen Bedingungen wirkt und noch nicht finanziell selbsttragend ist.
In diesem Jahr richtet Missio Schweiz den Fokus auf Bolivien: eine lebendige Kirche voller Glaubenskraft. Mit grossem Einsatz steht sie an der Seite benachteiligter Menschen – in der Seelsorge, in der Bildung und im sozialen Bereich. Doch auch sie ist auf Unterstützung angewiesen, um ihre wichtige Arbeit weiterzuführen.
Die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte rufen daher alle Gläubigen auf, sich grosszügig an der Kollekte des Sonntags der Weltmission vom 18. Oktober 2026* zu beteiligen und sich damit, mit den bedürftigen Ortskirchen in aller Welt solidarisch zu zeigen.
Wir danken Ihnen im Voraus für die wohlwollende Aufnahme unseres Aufrufs.
Freiburg, 16. Juli 2026
✠ Charles Morerod OP
Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg
Präsident der Schweizer Bischofskonferenz
*Wenn Sie die Kollekte nicht am Sonntag der Weltmission am 18. Oktober durchführen können, laden wir Sie ein, dies an einem anderen Sonntag im Oktober zu tun.
