Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat mit tiefer Trauer vom plötzlichen Tod von Kardinal Emil Paul Tscherrig erfahren. Im Namen aller Bischöfe und Territorialäbte der Schweiz spricht sie seiner Familie, seinen Angehörigen, der Diözese Sitten sowie allen, die seinen Dienst mit ihm geteilt haben, ihr aufrichtiges Beileid aus und versichert ihnen ihr Gebet in der Hoffnung auf den auferstandenen Christus.
Ein Wort aus dem Evangelium hat das Leben von Kardinal Emil Paul Tscherrig entscheidend geprägt: «Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen…» (Mk 10,29–30). Geboren am 3. Februar 1947 in Unterems (VS) in eine kinderreiche Familie, folgte er diesem Ruf, indem er seine Walliser Heimat verliess.
Am 11. April 1974 wurde er in Sitten zum Priester geweiht. Seine Ausbildung führte ihn nach Rom an die Päpstliche Diplomatenakademie; zugleich erwarb er an der Päpstlichen Universität Gregoriana ein Doktorat im kanonischen Recht.
Im Dienst des Heiligen Stuhls war Kardinal Emil Paul Tscherrig in zahlreichen diplomatischen Missionen tätig, unter anderem in Uganda, Korea und Bangladesch sowie im Staatssekretariat. 1996 wurde er zum Apostolischen Nuntius in Burundi ernannt und im selben Jahr in Rom zum Bischof geweiht. In der Folge vertrat er den Papst in verschiedenen Regionen der Welt, darunter in der Karibik, in Korea und der Mongolei, in den nordischen Ländern sowie in Argentinien.
Im Jahr 2017 berief ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in Italien und San Marino, eine erstmalige Ernennung eines Nicht-Italieners für dieses Amt. Am 30. September 2023 wurde Emil Paul Tscherrig in das Kardinalskollegium aufgenommen. Darüber hinaus übernahm er verschiedene Aufgaben innerhalb des Heiligen Stuhls und nahm am Konklave des Jahres 2025 teil.
Sein bischöflicher Wahlspruch «Christus ist meine Hoffnung» bringt ein Leben zum Ausdruck, das ganz dem Evangelium und dem Dienst an der Weltkirche gewidmet war. Die SBK ist dankbar für seinen bemerkenswerten Weg, seine Offenheit im Dialog und sein Engagement für eine Kirche, die ihrer Sendung treu bleibt, den Menschen mit Achtung begegnet und zur Zusammenarbeit bereit ist. Im Glauben vertraut sie Kardinal Emil Paul Tscherrig der Barmherzigkeit Gottes an und lädt dazu ein, für die Ruhe seiner Seele zu beten.
Die Trauerfeier für Kardinal Emil Paul Tscherrig findet am 15. Mai im Petersdom in Rom statt und wird von Papst Leo XIV. geleitet. Die Schweizer Bischofskonferenz ist vor Ort durch ihren Präsidenten, Bischof Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, sowie durch Bischof Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten, und Bischof Beat Grögli, Bischof von St. Gallen und Apostolischer Administrator beider Appenzell, vertreten.
Live Übertragung (ab 15.50 Uhr)
