Bischofskonferenz mit virtueller Vollversammlung

Die 330. ordentliche Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) fand infolge der aktuellen Corona-Situation vom 30.11.-01.12.2020 als Videokonferenz und in verkürzter Form statt. Die im Rahmen des Prozesses «Gemeinsam auf dem Weg für die Erneuerung der Kirche» geplante Begegnung mit einer Delegation der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) wurde aus diesem Grund auf die nächste Vollversammlung von Anfang März 2021 verschoben.

Bistum Chur: In Sorge vereint im Gebet

Die Mitglieder der SBK bedauern sehr, dass es vergangene Woche nicht zur Wahl des neuen Bischofs in Chur gekommen ist. Sie verfolgen die Ereignisse mit Sorge und verbinden sich mit allen Gläubigen des Bistums Chur im Gebet um einen guten Ausgang bei der Suche nach einem Bischof. Sie vertrauen diesen Ausgang der Führung durch den Heiligen Geist an.

Sozialenzyklika «Fratelli tutti»

In ihrem Austausch über die Enzyklika «Fratelli tutti» hoben die Bischöfe die unmittelbare Aktualität des Textes hervor. Sie werden Handlungsoptionen zur Umsetzung der Enzyklika vertieft diskutieren.

Gerade die gegenwärtige Pandemie zeigt, dass globale Krisen nur gemeinsam und weltweit überwunden werden können. «Wir müssen das Bewusstsein dafür schärfen, dass wir die Probleme unserer Zeit nur gemeinsam oder gar nicht bewältigen werden(137) Daher gilt es, Verbundenheit und Zusammenarbeit über alle kulturellen, religiösen, geografischen, ethnischen und politischen Grenzen hinweg zu fördern.

Ganz besonders die Schwächsten gilt es immer wieder zu beachten und gezielt in den Fokus unserer gemeinsamen Bestrebungen zu stellen.«Sagen wir es so, in vieler Hinsicht haben wir Fortschritte gemacht, doch wir sind Analphabeten, wenn es darum geht, die Gebrechlichsten und Schwächsten unserer entwickelten Gesellschaften zu begleiten, zu pflegen und zu unterstützen(64) Ganz in diesem Sinn ist auch die jüngste Stellungnahme der Kommission für Bioethik zur Triage von intensivmedizinischen Behandlungen bei Ressourcenknappheit zu verstehen.

Fanatismen gleich welcher Couleur, die mit Worten oder Taten bis zur Zerstörung anderer Menschen führen können, stehen klar im Widerspruch zu unserer christlichen Auffassung von Geschwisterlichkeit und sind mit aller Deutlichkeit zu verurteilen. Die aufrichtige und demütige Verehrung Gottes endet „nicht etwa in Diskriminierung, Hass und Gewalt, sondern in der Achtung vor der Unverletzlichkeit des Lebens, der Achtung vor der Würde und Freiheit anderer und im liebevollen Einsatz für das Wohl aller“ (Nr. 283).

Die Schweizer Bischöfe danken allen, die den Aufruf des Papstes zur universellen Nächstenliebe ernstnehmen und sich der Kranken und Schwachen annehmen, besonders in der Weihnachtszeit!

Prozess «Gemeinsam auf dem Weg für die Erneuerung der Kirche»: Fortsetzung der Gespräche zwischen SBK und SKF

Im Nachgang zur Begegnung der SBK und einer Delegation ihres Frauenrates mit Vertreterinnen des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF) vom 15.09.2020 im Rahmen des Prozesses «Gemeinsam auf dem Weg für die Erneuerung der Kirche» fand am 12.10.2020 eine gemeinsame Evaluationssitzung statt. Die Evaluationsgruppe formulierte an die SBK verschiedene Erwartungen bezüglich der anzugehenden Themen. Diese SBK hat sich damit auseinandergesetzt und wird den SKF sowie den Frauenrat der SBK über ihre Überlegungen und Beschlüsse persönlich und in direktem Gespräch informieren. «Ich stelle mit Freude fest, dass sich der Prozess in einem positiven Geist weiterentwickelt», betonte Weihbischof Denis Theurillat, der innerhalb der SBK für Frauenfragen zuständig ist.

Gesamtkonzept Migrationspastoral

Die Bischöfe haben sich vertieft mit der künftigen Ausrichtung der Migrationspastoral in der Schweiz befasst und ein entsprechendes von der SBK und RKZ getragenes Gesamtkonzept verabschiedet. Hierzu werden die SBK und die RKZ in einer gemeinsamen Medienmitteilung Mitte Dezember 2020 orientieren.

Neueste Austrittszahlen

Das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) hat vor wenigen Tagen die neuen Zahlen zu den Kirchenaustritten in der katholischen Kirche in der Schweiz präsentiert. Im Jahr 2019 sind demzufolge mehr Menschen als jemals zuvor innerhalb eines Jahres aus der katholischen Kirche ausgetreten. Als neues Phänomen kann beobachtet werden, dass nun auch ältere Personen aus der Kirche austreten.

Die Bischöfe gehen davon aus, dass die Pandemie in den kommenden Monaten diese Entwicklung noch beschleunigen könnte. Der Trend ist beunruhigend und wird mittel- bis langfristig Veränderungen mit sich bringen. Dennoch bekräftigen die Bischöfe, dass die Kirche als Leib Christi weit mehr als eine Ansammlung von Zahlen und Fakten ist. Der Sendungsauftrag der Kirche ist im jetzigen Umfeld – das auch selbstverschuldet ist ‑ nur mit grossen Hindernissen zu erfüllen. Die SBK erhofft sich, aus dem Prozess «Gemeinsam auf dem Weg für die Erneuerung der Kirche» eine Erneuerung der Herzen und erinnert an die ungebrochene Kraft des Wortes Gottes.

Aufstockung des Genugtuungsfonds

Ende 2016 hat die SBK die „Kommission Genugtuung für Opfer von verjährten sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld“ ins Leben gerufen. Gleichzeitig wurde ein Genugtuungsfonds geäufnet, um den Opfern von verjährten Übergriffen Genugtuungsbeiträge ausbezahlen zu können. Der Genugtuungsfonds wird von der SBK, der Vereinigung der Höhern Ordensobern der Schweiz (VOS’USM) und der RKZ finanziert. Seither wurde der Fonds bereits dreimal aufgestockt. Gemäss Hochrechnung wird der Genugtuungsfonds per Ende 2020 grösstenteils aufgebraucht sein. Deshalb hat die SBK zum vierten Mal eine Realimentierung des Fonds um weitere Fr. 300‘000 genehmigt.

Verabschiedung des Apostolischen Nuntius

Zur Videokonferenz zugeschaltet wurde der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Thomas Edward Gullickson, welcher Ende Jahr die Schweiz nach fünf Jahren verlässt, um in seine Heimat zurückzukehren. Bei der offiziellen Verabschiedung hat sich die SBK für seine Dienste in der Schweiz bedankt und ihm alles Gute zu seiner Pensionierung gewünscht. Der Präsident und der Generalsekretär der SBK werden den Nuntius noch persönlich in Bern verabschieden.

Nationaldirektor migratio

Karl-Anton Wohlwend, seit Mai 2019 Nationaldirektor a. i. von migratio, wurde von der SBK definitiv zum Nationaldirektor gewählt (ab 01.01.2021).

Verlängerung der laufenden Amtsdauer

Das Mandat bzw. die Amtsdauer folgender Mitglieder der Kommission für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der SBK wurde bis 31.12.2021 verlängert:

  • Mariano Tschuor, Präsident
  • Séwa Serge Abodjan-Prince
  • Karin Brunner
  • Gino Driussi
  • Martin Iten
  • Dr. Cristina Vonzun

Freiburg, 02.12.2020

 

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Eine ökumenische Aktion zu Weihnachten 2020

https://www.trotzdemlicht.ch

 

Schweizer Bischofskonferenz (SBK)

Die Schweizer Bischofskonferenz wurde 1863 als die weltweit erste Versammlung der Bischöfe eines Landes gegründet, die regelmässig zusammentrifft, rechtlich strukturiert ist und sich mit kirchlichen Leitungsfunktionen befasst. Als Verein organisiert, ist sie ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen sowie der Äbte der Territorialabteien der Schweiz. Oberstes Gremium ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die jährlich viermal zusammentrifft.

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Encarnación Berger-Lobato, Leiterin Marketing & Kommunikation
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