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SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 24.01.2020

Botschaft der Schweizer Bischöfe und Territorialäbte zum Schweizer Tag der Kranken 2020 (1.3.2020)

»Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid!

Ich will euch erquicken« (Mt 11,28).

  

«Die Worte Jesu „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken“(Mt 11,28) zeigen den geheimnisvollen Weg der Gnade, der sich den Einfachen offenbart und den Erschöpften und Müden Erquickung schenkt. Diese Worte drücken die Solidarität des Menschensohnes Jesus Christus gegenüber einer bedrängten und leidenden Menschheit aus.»

Mit diesen Worten beginnt Papst Franziskus seine diesjährige Botschaft zum 28. Welttag der Kranken. Der Papst mahnt an, dass zur medizinischen Versorgung unbedingt eine persönliche Fürsorge dazukommen muss, um den Kranken jene Mitmenschlichkeit und Mitgefühl zu schenken, die sie brauchen. Denn jede Krankheit verändert auch die Beziehungsebene. «Außerdem hat der Kranke auch eine Familie, die leidet und ebenfalls Beistand und Nähe braucht.» Auch sie darf nicht vergessen oder vernachlässigt werden.

Die Schweizer Bischöfe liessen sich in ihren eben veröffentlichten Richtlinien für die Begleitung von Mitgliedern von Suizidbeihilfevereinen von diesen Grundsätzen leiten. Sie versuchten einen umfassenden Blick auf die schwierige Situation dieser Menschen zu werfen und dabei auch ihre Familien in die seelsorgliche Begleitung miteinzubeziehen.

«Liebe kranke Brüder und Schwestern, die Krankheit lässt euch in besonderer Weise zu diesen „Mühseligen und Beladenen“ gehören, die den Blick und das Herz Jesu anziehen. Von dort kommt Licht in eure Momente der Dunkelheit und Hoffnung in eure Verzagtheit. Er lädt euch ein, zu ihm zu gehen: „Kommt“. In ihm werdet ihr die Kraft finden, die Ängste und Fragen zu bewältigen, die in dieser „Nacht“ für Körper und Geist in euch auftauchen.»

Der Papst vergleicht die Kirche mit dem Gasthaus, in welches der barmherzige Samariter (Lk 10,34) den schwer Verwundeten gebracht hat. Im Umgang mit Kranken betont der Papst den Vorrang des Begriffes der «Person» vor dem des «Kranken». «Deshalb soll euer Handeln immer auf die Würde und das Leben der Person ausgerichtet sein, ohne Zugeständnisse an wie auch immer geartete Formen der Euthanasie, des assistierten Selbstmordes oder der Beendigung des Lebens, selbst wenn keine Aussicht auf Heilung der Krankheit besteht.»

In voller Kontinuität mit seinen Vorgängern hält Papst Franziskus an der Unantastbarkeit des Lebens der Kranken fest: «Denken wir daran, dass das Leben heilig ist und Gott gehört und daher unantastbar und unverfügbar ist (vgl. Instruktion Donum vitae, 5; Enzyklika Evangelium vitae, 29-53). Das Leben muss von seinem Geborenwerden bis zu seinem Sterben angenommen, geschützt, geachtet und unterstützt werden: das verlangen sowohl die Vernunft als auch der Glaube an Gott, den Urheber des Lebens. In bestimmten Fällen ist für euch eine Weigerung aus Gewissensgründen notwendig, um bei diesem „Ja“ zum Leben und zum Menschen zu bleiben.»

Damit sind auch Grenzen der seelsorglichen Begleitung und Mitwirkung deutlich markiert. Der Papst appelliert zum Schluss an alle Verantwortungsträger, durch die Prinzipien von Solidarität und Subsidiarität allen Kranken umfassende Zugänge zur medizinischen Versorgung zu eröffnen. Herzlich dankt er den Freiwilligen, die sich in den Dienst der Kranken stellen.

In diesem Sinne möchte ich Ihnen zum Schweizer Tag der Kranken, der am 1. März 2020 begangen wird, die herzlichen Segenswünsche der Schweizer Bischöfe und Territorialäbte weitergeben.

 

Im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz

+ Marian Eleganti

  

Krankensonntag 2020 (310.25 kB)