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Message de la Conférence des évêques suisses à l’adresse des agents pastoraux, prêtres, diacres et laïcs


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09.12.2014

Keine Gnade vor Recht?! Zur Unbedingtheit des Folterverbots

30 Jahre Anti-Folterkonvention der Vereinten Nationen

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund, die Christkatholische Kirche der Schweiz und die Schweizer Bischofskonferenz zum Menschenrechtstag am 10. Dezember 2014.

«Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt.» Jean Améry

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Erklärung (65.18 kB)

Petition Schweiz (69.34 kB)

Petition Togo (72.94 kB)


Sehr geehrte Damen und Herren
Liebe Schwestern, liebe Brüder

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ist am 10. Dezember1984 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet worden. Es besteht neben der Präambel aus 33 Artikeln und gehört zu den Menschenrechtsübereinkommen der Vereinten Nationen. Mittlerweile haben 155 Staaten diese Konvention ratifiziert (Schweiz: 2. Dezember 1986).

Hierzu gehört auch, Personen, die festgenommen wurden, vor Angriffen auf ihre körperliche und seelische Integrität zu schützen. Im Fall eines drohenden Terroranschlags oder bei einer Entführung, wo man vermutet, dass das Opfer noch leben könnte, wird das Verbot von Folter immer wieder in Frage gestellt. Hier werden die Not und das Elend der Opfer der Unbedingtheit des Folterverbots gegenübergestellt. Den 30. Jahrestag der UNO-Antifolterkonvention nehmen die Landeskirchen der Schweiz zum Anlass, die Unbedingtheit des Folterverbots aus christlicher Perspektive herauszustreichen.

Bei aller Tragik im konkreten Fall darf nicht übersehen werden, dass Folter nicht zu (mehr) Gerechtigkeit führt. Vielmehr ist in Extremsituationen das Aushalten von Ohnmacht das letzte Mittel zur Verteidigung der Menschlichkeit. Wir laden darum Gemeinden und Gläubige ein, am diesjährigen Menschenrechtstag, wo Ohnmacht, Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit in vielen Regionen dieser Welt (wieder) zur alltäglichen Erfahrung der Menschen geworden ist, sich für das Verbot von Folter einzusetzen. Im Gebet und solidarischem Beistand stehen wir Kirchen sowohl auf Seiten der Opfer von Folter und unerträglicher Gewalt als auch auf Seiten der Opfer eines ohnmächtigen Gewaltverzichts zum Schutz der Menschenwürde. Sie finden in der Beilage eine Verlautbarung zum Folterverbot und zwei Petitionen von ACAT, die wir Ihnen nahelegen. Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Vorweihnachtszeit und frohe Festtage in Ihren Familien und Gemeinden.