16.03.2017

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SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | Mediencommuniqué | 04.12.2008

282. Ordentliche Versammlung, der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Luzern, 1. bis 2. Dezember 2008

Die Schweizer Bischofkonferenz (SBK) hat sich in Luzern vom 1. bis 2. Dezember 2008 im Seminar St. Beat des Bistums Basel zur 282. Ordentlichen Versammlung getroffen.

Folgende Hauptthemen sind behandelt worden:
 

„Stiller Völkermord“ im Kongo

Die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte sind beunruhigt und besorgt wegen der dramatischen Bürgerkriegs-Situation im Osten der Demokratischen Republik Kongo, für die nicht zuletzt wirtschaftliche Interessen verantwortlich sind. Hunderttausende von Männern, Frauen und Kindern sind auf der Flucht. Es wird geplündert, vergewaltigt und getötet.

Die Schweizer Bischofskonferenz hat am 1. Dezember in einem Brief an den Präsidenten der Nationalen Kongolesischen Bischofskonferenz, Mgr. Nicolas Djomo, Bischof von Tshumbe, erklärt, sie teilten die Sorge der kongolesischen Bischöfe über einen sich abzeichnenden „stillen Völkermord“. „Wir wollen uns heute allen Stimmen anschliessen, welche die Wiederherstellung des Friedens in Ihrem Land fordern“, schreiben die Bischöfe im Namen der Schweizer Katholiken. Sie setzten darauf, dass „zunehmender Druck der Öffentlichkeit die politisch Verantwortlichen dahin bringt, endlich kraftvoll einzugreifen, um die Massaker an der Zivilbevölkerung sowie die Plünderungen zu beenden“. Die katholische Kirche in der Schweiz unterstütze den Ruf der kongolesischen Bischöfe nach der Entsendung einer internationalen Streitkraft für die Befriedung und Stabilisierung, um Recht und Gesetz im Land wieder herzustellen.

Die Schweizer Bischöfe verweisen in ihrem Brief ausserdem darauf, dass sie die Hilfswerke Fastenopfer und Caritas, weitere kirchliche Einrichtungen wie die bischöfliche Kommission „Justitia et Pax“ sowie Kongregationen und Orden dazu ermutigten, sich weiterhin zu Gunsten der Bevölkerung Kongos einzusetzen.

Katholische Medienarbeit

Die Schweizer Bischofskonferenz hat sich über den gegenwärtigen Stand der Arbeiten an der weiteren Entwicklung der katholischen Medienarbeit und Kommunikation ins Bild gesetzt. Sie nahm den Bericht von Dr. Jean-Paul Rüttimann über die Situation der kirchlichen Medienarbeit in der italienischsprachigen Schweiz zur Kenntnis. Es ist die letzte der drei Analysen über die katholische Medienarbeit in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz, die seit 2006 im Auftrag der Bischöfe erarbeitet und veröffentlicht wurden. Die Analysen zeigten unter anderem dringenden Verbesserungsbedarf bei der Planung, Koordination und Durchführung der kirchlichen Kommunikation auf regionaler und nationaler Ebene.

Gegenwärtig erarbeitet Dr. Jean-Paul Rüttimann, unterstützt von weiteren Experten, einen „Bussiness-Plan für die kirchliche Kommunikation“, der die Etappen und Prioritäten für die Erneuerung der katholischen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit definiert. Am 25. Oktober fand in diesem Zusammenhang in Luzern eine grosse Studientagung über die Weichenstellungen für die Medienarbeit der katholischen Kirche in der Schweiz statt. Die Schweizer Bischöfe danken Pater Albert Longchamp SJ, der auf Ende dieses Jahres vom Amt des Präsidenten der Medienkommission zurücktritt, für sein vielseitiges und fruchtbares Engagement.

Ökumenische Klausurtagung

Im Anschluss an die Ordentliche Versammlung sind die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz nach Appenberg bei Zäziwil gefahren, um gemeinsam mit dem Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes am 2./3. Dezember eine Klausurtagung durchzuführen. Diese bot Gelegenheit zu einem vertieften theologischen und ökumenischen Gespräch.

Begegnungen

- Wie üblich hat der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Francesco Canalini, der Versammlung der Bischofskonferenz am 1. Dezember einen freundschaftlichen Besuch abgestattet, begleitet von seinem ersten Sekretär, Mgr Seamus Patrick Horgan.
- Nachdem an der Spitze des schweizerischen katholischen Solidaritätswerks „Inländische Mission“ wichtige Wechsel stattfinden, sind als Gäste der Bischofskonferenz der bisherige und neue Präsident des Werks, Alt-Ständerat Hans Danioth und Ständerat Paul Niederberger, sowie der alte und neue Geschäftsführer, Ferdinand Jud und Adrian Kempf, empfangen worden. Die Bischöfe dankten Ihnen für den engagierten Einsatz für das Solidaritätswerk, das die Finanzierung von Seelsorgeaufgaben zur Aufgabe hat.

In Kürze

- Die Mitglieder der Bischofskonferenz haben Rückblick auf die Studientagung der SBK zum Verhältnis von Kirche und Staat gehalten, die am 3./4. November in Lugano stattfand. Die SBK wird eine Arbeitsgruppe von Experten einsetzen, die aufgeworfene Fragen vertiefen und klären wird.
- Die SBK hat den Schlussbericht der Steuerungsgruppe „ForModula“ über das abgeschlossene „Projekt zur Abklärung und Einführung eines modularen Ausbildungssystems nichtuniversitärer kirchlicher Berufe in der Schweiz“ genehmigt und Weihbischof Pierre Farine zum Präsidenten der neu geschaffenen Aufsichtskommission „BEKOM“ (Berufsfeldbezogene Koordinationsstelle für modulare Bildung) bestellt. Die BEKOM ist für die Koordination und Qualitätssicherung des modularen Systems im Berufsfeld kirchliche Berufe („ForModula“) zuständig.
- Die überarbeiteten Statuten der Medienkommission sind von der SBK approbiert worden.
- Das überarbeitete Statut der Dienststelle „Fidei Donum“ für den Einsatz in Missionsländern von Diözesanpriestern, Diakonen und Laien ist von der SBK verabschiedet worden.
- Die Arbeitsgruppe „Andere Religionen“ der SBK wird in Arbeitsgruppe „Asiatische und afrikanische Religionen“ umbenannt.
- Die SBK hat den Schlussbericht über die nationalen kirchlichen Aktivitäten im Rahmen der Fussballeuropameisterschaft „Euro 08“ zur Kenntnis genommen, der im Auftrag der binationalen ökumenischen Koordinationsgruppe „Kirche 08“ erstellt wurde.

Ernennungen

- Für die Amtszeit 2009-2012 haben die Bischöfe folgende Mitglieder der Medienkommission ernannt: André Kolly, Lausanne; Charles Martig, Dr. theol., Zürich; Don Italo Molinaro, Dr. theol., Melide; Thomas Binotto, Zürich; Sabine Rüthemann, St. Gallen; Jean-Paul Rüttimann, Dr. iur., Villars-sur-Glâne; Marc Savary, Bern. Weitere Ernennungen werden folgen. Bis zur Wahl des Präsidenten steht der bisherige Vizepräsident André Kolly der Kommission vor.
- Geschäftsführer der Geschäftsstelle „ForModula“ ist Dr. theol. Urs Winter, Theologe und Psychologe, St. Gallen.
- Fra Martino Dotta OFMCap, Bellinzona, ist zum Mitglied der Kommission „Justitia et Pax“ ernannt worden.
- Zum Richter des Interdiözesanen Gerichts berufen hat die SBK Abbé Fernand Emonet, Genf.

Luzern, 2. Dezember 2008

Schweizer Bischofskonferenz
Walter Müller, Informationsbeauftragter
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Tel. +41 26 322 47 94, www.sbk-ces-cvs.ch