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Mediencommuniqué | 27.10.2006

Abschluss der Jahre der Berufungen 2005 und 2006

Den Boden für Berufungen bereiten

«Gott und den Menschen nah. Priester im Volk Gottes» - Jahr der Priesterberufungen 2005 «mystisch und solidarisch. Kirchliche Berufe» - Jahr der Berufungen 2006

Zum Abschluss der Jahre der Berufungen findet am Samstag, 28. Oktober um 11.15 Uhr in der Klosterkirche Einsiedeln ein feierlicher Gottesdienst statt. Dazu sind Interessierte und Mitengagierte aus allen Sprachregionen der Schweiz herzlich eingeladen. Wir wollen miteinander danken für alle Initiativen, die in diesen zwei Jahren das kirchliche Leben befruchtet und gefördert haben. Wir beten gemeinsam um die Kraft und den Geist Gottes: Auch in Zukunft möchten wir uns weiterhin für die Vielfalt der kirchlichen und geistlichen Berufungen einsetzen. – Für die Fachstelle Information Kirchliche Berufe IKB, der die Bischöfe zusammen mit zwei kompetenten Projektgruppen die Animation dieser beiden Jahre übertragen haben, wird dieser Gottesdienst zum Anlass, Rückschau zu halten und gleichzeitig einen Blick nach vorne zu werfen.

Ganz am Anfang stand die Frage im Zentrum, ob wir in der Schweiz ein «Jahr der Berufungen» oder bloss ein «Jahr der Priesterberufungen» durchführen sollten. Bald wurde den Initianten deutlich, dass es grundlegende gemeinsame Fragen gibt, die den Fragen nach spezifischen kirchlichen Berufungen wie etwa dem Priesterberuf vorangehen, und dass wir uns zunächst diesen Fragen stellen müssen. Im Rückblick können wir festhalten, dass das Formulieren entsprechender Zielsetzungen zu einer wichtigen Voraussetzung für die Gestaltung und das Gelingen der Jahre der Berufungen wurde. Die beiden Jahre mit ihrer je eigenen Zielsetzung traten in einen inneren Zusammenhang zueinander und ihre unterschiedlichen Akzente fügten sich zu einem Ganzen, das sich gegenseitig ergänzte.

Die Gläubigen für ihre je eigene Berufung hellhörig machen
Manche Gläubige denken, wenn sie das Wort Berufung hören, zunächst einmal an die andern und nicht an sich selber oder noch näher liegend: sie weisen auf die speziellen Berufungen wie den Beruf des Priesters oder den der Ordensfrau, des Ordensmannes hin. Es scheint, dass es den beiden Jahren der Berufungen ein Stückweit gelungen ist, einem offeneren Begriff von Berufung zur Geltung zu verhelfen. Die Überzeugung wächst, dass die Förderung spezifischer kirchlicher Dienste dort auf fruchtbaren Boden fällt, wo die Gläubigen um ihre eigene persönliche Berufung auf Grund der Taufe wissen. Das Wissen um die eigene „allgemeine“ Berufung ist der Nährboden, auf dem spezifische kirchliche Berufe wachsen können. In manchen Seelsorgeteams wächst, wie man es im Verlauf der letzten beiden Jahre verschiedentlich feststellen konnte, die Bereitschaft, eine offene Berufungspastoral als Teil der ordentlichen Pfarreiseelsorge zu sehen und zu fördern.

Einblick geben in die Vielfalt kirchlicher Berufe
Die Bereitschaft, von sich selber und vom eigenen Weg der Berufung zu erzählen, hat spürbar zugenommen. In dieser Hinsicht gab es manche Hemmungen und Tabuisierungen abzubauen. Die Pfarreiblätter, die Kipa und andere Medien haben Porträts der kirchlichen Berufe von Priestern und Laien sowie der vielfältigen kirchlichen Engagements von Laien in grosser Vielfalt und Anzahl veröffentlicht. In Gottesdiensten und bei Begegnungen innerhalb der Pfarreien gaben viele in der Kirche tätige Frauen und Männer Einblick in ihr eigenes Engagement.

Unter dem Titel «Nacht der Klöster» lief im Jahr der Berufungen 2006 ein Projekt, das grosse Beachtung fand. In der Nacht von Freitag 5. Mai auf Samstag 6. Mai luden die Ordensgemeinschaft aller Sprachregionen zu Gebet, Gespräch und Begegnungen ein. Presse, Radio und Fernsehen nahmen das Ereignis zum Anlass, einer breiten Öffentlichkeit einen kleinen Einblick ins heutige Ordensleben zu vermitteln. Neben den persönlichen Begegnungen und der Erfahrung dieser besonderen Präsenz in der Öffentlichkeit wurde für die Ordensgemeinschaft auch wichtig, dass sie die anderen Gemeinschaften in ihrer eigenen Umgebung wahrnahmen und zum Teil mit ihnen zusammen eine gemeinsame „Nacht der Klöster“ gestalteten. Zudem wurde den Ordensgemeinschaften das Jahr der Berufungen zum Anstoss, eine gemeinsame Broschüre «Geistliche Angebote für junge Menschen» herauszugeben. Sie enthält die vielseitigen Angebote der Orden an junge Menschen. Die weitere Herausgabe dieser Broschüre ist gesichert.

Spirituelle Vertiefung der persönlichen Berufung
Besinnungstage in Dekanaten und regionale Treffen von kirchlichen MitarbeiterInnen zielten darauf, dass sich die TeilnehmerInnen der persönlichen Berufung als Priester, als Pastoralassistentin/Pastoralassistent oder als Christ in einer Ordensgemeinschaft neu vergewissern konnten. Dabei zeigte sich, dass eine echte dialogische Begegnung zwischen verschiedenen Berufsgruppen in der Kirche dann gelingen kann, wenn die Beteiligten in einer geklärten Beziehung zu ihrer eigenen Berufung stehen. Auch in diesem Bereich wird gelten, was auch bei anderen Aspekten der Jahre der Berufungen zu sagen ist: Ein guter Anfang ist gemacht – entscheidend ist, dass wir dranbleiben!

Viele dezentrale, lokale und regionale Anlässe
Wer von den beiden Jahren der Berufungen grosse, medienwirksame Events erwartet hatte, kam allerdings nicht auf seine Rechnung. Es war im Gegenteil die Absicht, möglichst viele Personen und Gruppen bei lokalen, dezentralen Ereignissen zu engagieren. Die beiden Projektgruppen setzten sich das Ziel, durch geeignete Hilfsmittel wie Impulsunterlagen, gemeinsame Signets, Plakate, Websites usw. die Ebene der Vermittler zu animieren und die verschiedenen Initiativen miteinander zu vernetzen.

Für eine zahlenmässige Zusammenstellung dieser dezentralen Anlässe fehlt der Überblick. Ein Blick in die Pfarrblätter lässt aber erahnen, dass die Jahre der Berufungen an vielen Orten ins Pfarreileben Eingang gefunden haben. Die zu Beginn des Jahres gestaltete Kerze wurde als Zeichen der Anerkennung und Dankes in vielen Pfarreien an kirchliche Mitarbeitende und an ehrenamtlich Engagierte verschenkt. Von der Heim-Osterkerze, welche die Fachstelle IKB in Zusammenarbeit mit den Katholischen Schulen Zürich zum Jahr 2006 herstellen liess, gelangte die beachtliche Zahl von 33´000 Stück in den Verkauf. Das Berufslabyrinth – eine Wanderausstellung über die Vielfalt kirchlicher Berufe –hat 2006 an 17 Stationen Halt gemacht und ist auf ein erfreuliches Echo gestossen.

Die Fachstelle Information Kirchliche Berufe IKB war mit den beiden Projektgruppen in der Deutschschweiz dafür besorgt, dass ansprechende Hilfsmittel zur Verfügung standen. Die Nachfrage nach aktuellen Informationen im Internet hat im Bereich kirchliche Berufe deutlich zugenommen. Die Nachfrage nach Orten der Stille («Kloster auf Zeit») bleibt weiterhin gross. Persönliche Beratung und Begleitung von Menschen, die sich im Leben neu orientieren wollen und eine Ausbildung zu einem kirchlichen Beruf anstreben, ist gefragt.

Ein guter Anfang ist gemacht – Wie geht es weiter?
Es kann hier nur darum gehen, Hinweise zu geben, was überregional weitergeht; dass das Entscheidende vor Ort geschieht, ist der Fachstelle durchaus bewusst. Im Bereich Beratung und Begleitung von Menschen, die eine Klärung ihrer Berufung wünschen, setzt die Fachstelle IKB einen besonderen Akzent: Sie widmet zum Abschluss der Jahre der Berufungen die Offene Tagung vom 27./28 Oktober 2006 diesem vordringlichen Thema und wird im Jahr 2007 eine entsprechende Kursreihe (3 mal 2 Tage) durchführen.

Die «Nacht der Klöster» wird am 18./19. April 2008 (wieder am Freitag/Samstag vor dem Weltgebetstag für Kirchliche Berufe) wiederholt. Die Wanderausstellung «Berufslabyrinth» und die Pantomimepredigt «Du bist gemeint» gehen weiter auf Tournee. In Zusammenarbeit mit dem Katholischen Mediendienst, Zürich und der Jugendseelsorge Zürich ist ein DVD mit 12 Kurzfilmen über kirchliche Berufe und über das Ordensleben in Vorbereitung. Dieses Medium für die Jugendarbeit, Katechese, Berufsberatung usw. soll im Sommer/Herbst 2007 zur Verfügung stehen.

Gegenseitige Wertschätzung - Dank
Das wichtige Anliegen der beiden Jahre der Berufungen konnten wir in der Zusammenarbeit mit vielen Personen und Gruppierungen ganz nahe erleben: Die gegenseitige Wertschätzung der verschiedenen kirchlichen Engagements inmitten einer Vielfalt von Meinungen und Berufungen. Diese Wertschätzung war besonders auch in der Zusammenarbeit in den Projektgruppen zu erfahren. Erwähnen möchten wir auch die gute Vernetzung mit den Diözesanen Kommissionen für kirchliche Berufe. In diesem Sinn danken der Verein und die Fachstelle IKB sowie die beiden Projektgruppen allen, die zum Gelingen des Jahres der Priesterberufungen 2005 und des Jahres der kirchlichen und geistlichen Berufungen 2006 beigetragen haben.

Luzern, 27. Oktober 2006

Robert Knüsel-Glanzmann
Leiter Fachstelle Information Kirchliche Berufe IKB
Auskünfte: INFORMATION KIRCHLICHE BERUFE IKB
Telefon 041 419 48 39 / Fax 041 419 48 31/ E-mail: infokirchliche-berufe.ch
Fachstelle IKB / Abendweg 1 / 6000 Luzern 6 / www.kirchliche-berufe.ch