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Mediencommuniqué | 25.07.2006

Pressefreiheit und Respektierung der Religionen

Jahrestreffen der Pressereferenten und Sprecher der Bischofskonferenzen Europas in Maynooth, Irland, 20.-23. Juli 2006

Vom 20. bis 23. Juli 2006 sind in Maynooth (Irland) die Pressereferenten und Sprecher der Bischofskonferenzen Europas zusammengekommen. Die 39 Teilnehmenden vertraten 24 Länder: Belgien, Deutschland, England und Wales, Estland, Griechenland, Irland, Italien, Litauen, Luxemburg, Malta, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schottland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Weißrussland.

Veranstaltungsort dieses CCEE Treffens war das St. Patrick’s College in Maynooth, das 1795 gegründete nationale Priesterseminar Irlands.

In Irland gibt es zur Zeit 26 Diözesen mit ca. 4,17 Millionen Katholiken. Auf dieser Insel leben 3129 Priester, 3036 Ordensfrauen und 9248 Ordensmänner. 67 Seminaristen bereiten sich auf das Priestertum vor. Auch wenn die Zahl der Besucher der Sonntagsmesse stets sehr hoch ist, verzeichnet man dennoch, wie in anderen Regionen Europas, einen leichten und kontinuierlichen Rückgang der praktizierenden Christen. Diese Tendenz wird durch die Zuwanderung zahlreicher Menschen aus Osteuropa abgefedert.

Die Informationen, welche von der Katholischen Kirche ausgehen, müssen in diesem kritischen Moment der Geschichte ein starkes Instrument im Dienst des Friedens sein. Die Sprecher und Pressereferenten der Bischofskonferenzen haben sich den Aufruf des Präsidenten der irischen Bischofskonferenz, Erzbischof Armagh Seán Brady zu Herzen genommen: „Mögen Sie in Ihren Beratungen ganz konkrete Maßnahmen diskutieren, um die öffentliche Meinung in diesem sehr gefährlichen Moment für einen Einsatz für den Frieden zu mobilisieren“, denn „der CCEE existiert unter anderem auch deshalb, damit er einen Betrag leisten kann zur Überwindung der Hindernisse, welche den Frieden und den Fortschritt der Völker bedrohen“.

In Europa braucht es ein neues und hohes Maß an Verständigung zwischen der Kirche und der Medienwelt. Der Präsident der Kommission für die sozialen Kommunikationsmittel der irischen Bischofskonferenz, Bischof Joseph Duffy, hat die Anwesenden eingeladen, die Beziehungen zwischen der Kirche und den Medien zu vertiefen. „Als ersten Schritt sollte man sich Gedanken machen, wie es zu einem hohen Maß an Verständigung und Toleranz zwischen der Kirche und der Medienwelt kommen kann“, denn „unsere Aufgabe besteht darin, einen Raum zu schaffen, in dem die Arbeitsbeziehungen zwischen der Kirche und den Medien fruchtbarer und Antwort auf die neuen Wege der Wahrheit werden können“.
 

Zu den besprochenen Themen gehörten unter anderem:
Der Islam in Europa und die damit verbundenen Herausforderungen für die Kirche. Der Islam ist für die Medien gerade wegen seiner politischen Dimension zu einem Thema geworden. Von daher ist eine korrekte Information entscheidend für ein friedliches Zusammenleben und eine Zusammenarbeit mit den Muslimen in Europa. "Die Gefühle der Menschen gegenüber dem Islam bewegen sich zwischen Faszination und Angst", meinte Mons. Peter Fleetwood, stellv. Generalsekretär des CCEE, in seinen einführenden Worten. Fast alle Europäer haben eine eigene Meinung zum Islam und den Muslimen, aber in Wirklichkeit bauen die meisten dieser Meinungen auf einem sehr spärlichen Wissen über den Glauben der Muslime und ihr Leben auf. Auch in Europa zeigt sich der Islam unter verschiedenen Gesichtern. Die meisten Muslime finden sich weder in der Linie des Fundamentalismus wieder, noch im "säkularisierten" Islam, sondern sie wollen in aller Einfachheit ihren Glauben leben. Mit dieser Mehrheit muss die Begegnung, die Gegenseitigkeit, die Zusammenarbeit über gemeinsame Werte wie das Leben, der Friede, die Religionsfreiheit und die Gerechtigkeit gesucht werden.

Pressefreiheit und Respektierung der Religionen
Der Weihbischof von Chur (Schweiz) und Präsident der Europäischen Bischöflichen Kommission für die Medien (CEEM), Bischof Peter Henrici, erinnerte in seiner Einführung daran, dass „die Pressefreiheit ein soziales und politisches ´Menschenrecht´ ist, und zwar nicht nur ein individuelles Recht, wie es die Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit sind“. Daraus folgt auf der Ebene der Ethik, dass die “Pressefreiheit sich vor allem nach den Prinzipien der Sozialethik ausrichten muss, die da sind: das Allgemeinwohl, das Solidaritätsprinzip und das Subsidiaritätsprinzip. Zweitens muss sich die Pressefreiheit mit den Prinzipien der individuellen journalistischen Ethik auseinandersetzen: Wahrheit, Redlichkeit und Achtung gegenüber den Menschen, die man informiert und gegenüber den Menschen und Gemeinschaften, über die man informiert. Die Anwendung dieser Prinzipien auf den religiösen Bereich ist besonders heikel und macht den Kommunikatoren die Arbeit schwer. Denn die Religion definiert die Identität nicht nur personal, sondern vor allem gemeinschaftlich, und sie selbst ist ein schützenswertes Allgemeingut. Zudem gibt es verschiedene religiöse “Wahrheiten”, die untereinander im Wettstreit stehen, und auch der Kommunikator gehört einer religiösen Wahrheit an. Daraus ergibt sich die Schwierigkeit, die Religion des anderen zu verstehen und objektiv darüber zu berichten. Ein Kommunikator, der sich mit Religion befasst, muss einerseits seine eigene religiöse Zugehörigkeit voll und ganz akzeptieren und andererseits objektiv bleiben und die Fähigkeit besitzen, zwischen Information und Kommentar zu unterscheiden. Der Nutzer sollte zwischen objektiver Information und persönlichem Kommentar unterscheiden können“.

Im Verlauf der Arbeiten hörten die Teilnehmenden zwei Erfahrungsberichte im Zusammenhang mit Karikaturen über die Katholische Kirche und den Islam. Dadurch wurde klar, dass ein gewisser Gebrauch der Medien zu einer neuen Form von „Apartheid“ führen kann.

Dritte Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV3) Die Sprecher der Bischofskonferenzen wollen die Gelegenheit der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung, deren Höhepunkt in Sibiu (Rumänien) vom 4. bis 7. September 2007 mit der Teilnahme von 2500 Delegierten aus allen Ländern Europas sein wird, wahrnehmen, um eine öffentliche darüber zu debattieren, welchen Beitrag die Christen leisten können, damit Europa ein Raum des Friedens, der Versöhnung und der Solidarität sowie Protagonist in der zeitgenössischen Geschichte der Welt wird.

Agenda der EU und Arbeiten der ComECE. Die Arbeiten der EU-Kommission Informationsgesellschaft und Medien und die Entscheidungen der EU in diesem Bereich haben große Auswirkungen in allen Ländern. Die ComECE begleitet dieses Kapitel mit großer Aufmerksamkeit. Auf der Agenda der EU stehen weitere Themen, die für die Kirche wichtig sind: die Frage der Verfassung; die Genehmigung des 7. Forschungsrahmenprogramms; die EU-Erweiterung. Die ComECE organisiert in Clermont Férrand, Frankreich (9.-11. Oktober 2006) ein Studienseminar zum Thema: „Die Römerverträge: Fünfzig Jahre danach. Welche Werte für die Europäische Union“.

Im Programm war Zeit für den Austausch über einige Anlässe und Themen vorgesehen, welche das Leben der Kirche in Europa betrafen: das jüngste Welttreffen der Familien in Valencia; das italienische Referendum zur künstlichen Fortpflanzung von Juni 2005; das erste Treffen der europäischen katholischen Agenturen (17./18. Juni 2005, Wien); ein Internetauftritt für Kinder zum Thema Glauben.

Am Samstag, 22. Juli, besuchten die Teilnehmenden die alte Klosteranlage Glendalough und waren anschließend zum Abendessen beim Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, eingeladen.

Das nächste Treffen der Pressereferenten und Sprecher der Bischofskonferenzen Europas findet am 10. September 2007 im Anschluss an die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu statt.

St.Gallen, 25.07.06
Thierry Bonaventura, Pressereferent CCEE

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Der Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) vereint die Vorsitzenden der derzeit 34 Bischofskonferenzen Europas. Den Vorsitz hat Bischof Amédée Grab, Bischof von Chur, inne. Vizevorsitzende sind Kardinal Josip Bozanic, Erzbischof von Zagreb und Kardinal Cormac Murphy O´Connor, Erzbischof von Westminster. Generalsekretär des CCEE ist Mons. Aldo Giordano. Das Sekretariat hat seinen Sitz in St. Gallen (Schweiz).