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08.09.2016

Treffen der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und dem Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK)


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Priorität für den Schutz des Lebens

SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | Mediencommuniqué | 06.12.2012

Priorität für den Schutz des Lebens

Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in Fischingen TG

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat sich vom 3. bis 5. Dezember 2012 im Kloster Fischingen TG zur 298. Ordentlichen Versammlung getroffen.

Die katholische Kirche setzt sich prioritär für den Schutz des Lebens ein und gegen die allgemeine Akzeptanz des Schwangerschaftsabbruchs. Dies aus naturrechtlichen und aus religiösen Gründen. Sie sieht die Abtreibung als eine alle Beteiligten und die Gesellschaft nachhaltig schädigende schwere Sünde. Die Tötung ungeborener Kinder kann nach ihrer Überzeugung nie ein menschlich guter Ausweg aus einer Notlage sein. Die Schweizer Bischöfe streben eine Bewusstseinsänderung der Bürgerinnen und Bürger an und unterstützen alle Kräfte, die sich zum Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod einsetzen.

Positiv werten die Bischöfe, dass die Volksinitiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ gegen die institutionalisierte "Normalität" der Abtreibung antritt. Doch genügt die Diskussion der Finanzierungsweise nicht für die Entscheidung pro oder contra Abtreibung.

Es geht darum, in der Abtreibungsfrage zu einer Wende zu kommen. Im Vordergrund muss die Anwaltschaft für die in Not geratenen schwangeren Frauen und ihre Kinder stehen. Mit ihrem wiederholten Votum gegen die Abtreibung möchten die Bischöfe vor allem auch die in Not geratenen Frauen schützen, denn der Schwangerschaftsabbruch bleibt für viele von ihnen ein Lebenstrauma. Sie fordern die Gesellschaft bei dieser Gelegenheit auf, sich für das ungeborene Kind zu entscheiden und den durch eine Schwangerschaft in Not geratenen Frauen so zu helfen, dass eine Abtreibung keine Option mehr ist.

Dringlichkeit der Ökumene

Im Rahmen ihrer Versammlung in Fischingen trafen die Bischöfe und Territorialäbte mit Pfarrer Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK), zu einem ausführlichen Austausch zusammen. SEK und SBK stehen gemeinsam den ernsten Herausforderungen gegenüber, die mit dem an vielen Stellen feststellbaren Verdunsten des Christentums in unserer Gesellschaft einhergehen. In diesem Zusammenhang gewinnen die ökumenischen Bestrebungen erhöhte Dringlichkeit. Pfarrer Locher erläuterte die wichtigsten Thesen seines Grundsatzreferats, das er am 5. November 2012 vor der Abgeordnetenversammlung des SEK hielt. Es trägt den Titel „Realistische Ökumene jetzt – Für den evangelischen Perspektivenwechsel“. Er plädiert darin dafür, zunächst die innerprotestantische Ökumene zu stärken, ohne die Ökumene mit der römisch-katholischen Kirche aufzugeben. Die Bischöfe unterstrichen bei der Begegnung, dass als Ziel der Ökumene die so genannte „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ nicht genügt. Angestrebtes Ziel muss die tatsächliche Wiederherstellung der Einheit der einen Kirche bleiben, auch wenn dieses nach menschlichem Ermessen noch so fern erscheint.

Pfarrei-Initiative

Die Bischöfe von Basel, Chur und St. Gallen orientierten die Mitglieder der SBK über ihre Begegnung vom 26. November 2012 mit den Initianten der Pfarrei-Initiative. Bei diesem Treffen hatten die Bischöfe den Initianten dargelegt, wieso sie die „Selbstverständlichkeiten“, die der Text der Pfarrei-Initiative nennt, so nicht annehmen können. Doch nehmen die drei Bischöfe und die Schweizer Bischofskonferenz die Fragen und Schwierigkeiten, welche die Initiative zum Ausdruck bringt, sehr ernst.

Für die Bewältigung der von der Initiative angesprochenen Fragen und Schwierigkeiten ist die Einheit mit dem Bischof und dem Papst entscheidend. Eine Seelsorgepraxis, die im Widerspruch zum kirchlichen Lehramt und den Weisungen der Bischöfe steht, führt daher in eine Sackgasse.

Die Folgen des Priestermangels, die Herausforderungen durch strukturelle Fragen wie z.B. die Seelsorgeräume sind Sorgen, welche die Bischöfe mit den Initianten teilen. Sie beschäftigen schon jetzt die Leitungsgremien und Räte der einzelnen Bistümer, in welchen auch die Seelsorgenden vertreten sind. Weil die Initiative die Schweizer Bistümer in ganz unterschiedlicher Weise berührt, werden die Diözesanbischöfe mit den Unterzeichnern der Initiative in ihren jeweiligen Bistümern in Kontakt treten.

Bitte um finanzielle Solidarität

Erneut hat die Paritätische Planungs- und Finanzierungskommission (PPFK) der Schweizer Bischofskonferenz, des Fastenopfers und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz einen „Aufruf zu mehr Solidarität, Zusammenarbeit und haushälterischem Mitteleinsatz“ erlassen. Die Mitglieder der SBK unterstützen diese Bitte um finanzielle Solidarität. Der Aufruf der PPFK richtet sich primär an die kantonalen katholischen Körperschaften und an die Kirchgemeinden, welche dazu beitragen können, die schwierige Finanzsituation der katholischen Kirche auf gesamtschweizerischer und sprachregionaler Ebene zu bewältigen.

Bischofssynode

Vom 7. bis 28. Oktober 2012 fand in Rom die Bischofssynode zum Thema „Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens“ statt. Die Mitglieder der SBK nahmen den Bericht von Bischof Felix Gmür, der sie an der Synode vertrat, entgegen. Er hatte in der Synode vorgeschlagen, dass die Kirche für die Evangelisierung sich vermehrt auf die Laien stützen solle. Weiter regte er an, den Laien, die für die Evangelisation tätig sind, eine offizielle kirchliche Beauftragung zu erteilen. Bischof Gmür stellte an der Synode fest, dass es weltweit ein sehr hohes Bewusstsein gibt, dass das Evangelium immer wieder neu und unter neuen Bedingungen ins Spiel gebracht werden muss. Die Kirche kann gar nicht anders, als zu evangelisieren.
In Kürze

- Die Bischöfe und Territorialäbte dankten Bischof Norbert Brunner, für die ausgezeichnete Führung der SBK während dreier Jahre. Er übergibt das Amt des Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz Ende 2012 an Bischof Markus Büchel.

- Die SBK genehmigte die Leitlinien zur Organisation, Steuerung und Subventionierung der Bildungsangebote für kirchliche Mitarbeitende auf gesamtschweizerischer und sprachregionaler Ebene.

- Die Bischöfe befassten sich mit der revidierten liturgischen Übersetzung der Bibel für den französischsprachigen Raum. Sie stimmten dem vorliegenden Text zu. Dieser wird von der internationalen „Commission épiscopale francophone pour les traductions liturgiques (CEFTL)“ jetzt noch ein letztes Mal in Absprache mit den Fachleuten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung bereinigt.

- Auch die Revision der deutschsprachigen Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift befindet sich nach langen Vorarbeiten in der Abschlussphase. Die SBK approbierte die revidierte Übersetzung des Neuen Testamentes, die damit abgeschlossen ist. Sie stimmte zudem dem Entwurf der Übersetzung des Alten Testaments zu, der indes noch einer Schlussbereinigung bedarf.

- Zum neuen Präsidenten des Stiftungsrates des Fastenopfers bezeichnete die SBK Bischof Felix Gmür. Er löst am 1. Juli 2013 Bischof Markus Büchel in diesem Amt ab.

Begegnungen

- Mgr. Mario Codamo, Nuntiatursekretär in Bern, hat der Versammlung der Bischofskonferenz in Stellvertretung des landesabwesenden Apostolischen Nuntius, Mgr. Diego Causero, einen freundschaftlichen Besuch abgestattet.

- Die Bischöfe trafen mit einer vierköpfigen Delegation der „Katholischen Landeskirche Thurgau“ mit Präsident Peter Hungerbühler an ihrer Spitze zusammen. Die Delegation hiess die Bischöfe im Kanton Thurgau willkommen und stellte ihnen aktuelle Projekte vor.

Ernennungen

Die Schweizer Bischofskonferenz ernennt:

- Samuel Behloul, PD Dr. phil., Reinach AG, zum Direktor von „migratio“, Dienststelle der SBK für Migrationsfragen und für die Seelsorge von Migranten und Menschen unterwegs.

- Susann Schüepp Brunner, Dr. theol., Kastanienbaum LU, zum Mitglied der Nationalkommission Justitia et Pax;

- Othmar Baeriswyl, Dr. phil., Villars-sur-Glâne FR, Karin Brunner, Bern, Laure-Christine Grandjean, Freiburg, und Mariano Tschuor, Laax GR, zu Mitgliedern der Kommission für Kommunikation und Medien.

- Philippe Hugo, Dr. theol., Belfaux FR, und Joachim Köhn, Dr. theol., Basel, zu Mitgliedern der Aufsichtskommission ForModula.

Fischingen TG, 5. Dezember 2012

Schweizer Bischofskonferenz
 Walter Müller, Informationsbeauftragter