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Mediencommuniqué | 17.04.2014

Ein Geist, eine Taufe

Wichtiges Zeichen der Einheit in der Schweizer Ökumene

Am 21.April werden sich in Riva San Vitale weitere Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK CH) gegenseitig die Taufe anerkennen. Dies geschieht im Rahmen einer festlichen Vesper im ältesten christlichen Bauwerk der Schweiz.

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Broschüre Taufanerkennung (1.86 MB)


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AGCK Schweiz


Zur feierlichen Unterzeichnung sagt die Präsidentin der AGCK CH, Pfarrerin Rita Famos:  „Damit drücken die Kirchen aus, dass sie zu einer Gemeinschaft in der einen Kirche Gottes verbunden sind. Dies ist ein starkes Bekenntnis zur Einheit der Kirche und ein deutliches Zeichen an die Welt, dass sie das Evangelium gemeinsam in Wort und Tat verkündigen wollen“.

Die unterzeichnenden Kirchen teilen ein gemeinsames Verständnis der Taufe. Darum verpflichten sie sich, Menschen, die in einer Kirche getauft worden sind, beim Übertritt in eine andere nicht erneut zu taufen. 

 Das Dokument werden für ihre Kirchen unterzeichnen: Bischof Dr. Charles Morerod Schweizer Bischofskonferenz, Pfarrer Dr. Gottfried Wilhelm Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischer Kirchenbunds; Bischof Dr. Harald Rein, Christkatholische Kirche der Schweiz. Elisabeth Benn, Präsidentin des Bunds der Evangelisch-lutherischen Kirche  in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein; The Ven. Canon Peter M. Potter, Archdeacon der Church of England Archdeaconry of Switzerland; Bischof Dr. Patrick Streiff, Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz.

Zur Unterzeichnung hat die AGCK CH das Baptisterium (Taufkapelle) in Riva San Vitale ausgewählt: Es stammt aus dem 5. Jahrhundert und ist der älteste christliche Bau der Schweiz. Die unterschiedlichen Taufbecken sind Zeugen der verschiedenen Tauftraditionen und –praktiken, die sich im Lauf der Jahrhunderte entwickelt haben.

Unterstützung, aber keine Unterschrift

Die Heilsarmee, welche keine Taufe spendet, erklärt ihre Haltung in einem Annex zum Text. Der Bund der Baptisten kennt keine Kindertaufe und wird seinen Standpunkt ebenfalls erläutern. Beide werden das Dokument nicht unterzeichen, begrüssen aber die Unterzeichnung des Dokuments.

Die orthodoxen Kirchen in der Schweiz  waren an der Erarbeitung der Erklärung beteiligt. Sie können es zur Zeit nicht unterzeichnen. Dies mit Rücksicht auf ihre Mutterkirchen. Ihre Situation als „Kirchen in der Diaspora“ erschwert eine gemeinsame Entscheidung. Die orthodoxen Kirchen der Schweiz anerkennen aber in der Praxis die Taufen der genannten Kirchen.

Neue Schritte

Die Ausweitung der Taufanerkennung ist eine der Selbstverpflichtungen der Charta Oecumenica. Diese haben die Mitgliedkirchen der AGCK CH 2005 unterzeichnet.

2010 setzte die AGCK CH daher eine Kommission ein, welche das neue Dokument erarbeitet hat. „Als Präsidentin der AGCK der Schweiz freue ich mich, dass die AGCK durch die Erarbeitung dieser Taufanerkennung ausgedehnte theologische Arbeit geleistet hat. Schon dieser Prozess hat viel zur gegenseitigen Verständigung beigetragen“, sagt Pfarrerin Rita Famos.

Die Kirchen werden  den Prozess der Verständigung und Anerkennung fortführen und vertiefen.  Die Unterzeichnung am Ostermontag ist daher ein Schritt zu mehr Verständnis und Gemeinschaft, jedoch kein Schlusspunkt.

Bewährtes ausgestalten

1973 fand  es eine erste gegenseitige Anerkennung der Taufen in der Schweiz. Die Schweizer Bischofskonferenz, der Schweizerische Evangelische Kirchenbund,  und die Christkatholische Kirche in der Schweiz hatten diese unterzeichnet.

Zur Ausweitung der Taufanerkennung erscheint eine Broschüre: Sie enthält das Dokument zur Ausweitung der Taufanerkennung in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Dazu kommt ein Vorwort der Präsidentin der AGCK CH, Pfarrerin Rita Famos sowie je ein kurzer Text zum Baptisterium in Riva San Vitale und zur AGCK CH.

Christiane Faschon, Generalsekretärin der AGCK